Das EHI Retail Institute hat am 9. September 2026 die Studie Handelsgastronomie in Deutschland 2026 veröffentlicht. Die Branche setzte 2025 13,29 Mrd. Euro um, 7,1 Prozent mehr als 2024 und drei Prozentpunkte über der eigenen Prognose. Der größte erwartete Wachstumstreiber ist das To-go- und Snackgeschäft, also genau das Segment mit den kleinsten Bons.
„Wachstum im Snackgeschäft heißt für die Kasse: mehr Transaktionen bei kleinerem Bon. Wer da nach Prozent statt nach Transaktion abrechnet, zahlt seinen Erfolg an den Zahlungsdienstleister aus."
Die European Payments Initiative hat am 8. September 2026 den französischen Zahlungsdienstleister HiPay als Principal Member aufgenommen. HiPay will zu den Ersten gehören, die Wero am Point of Sale ausrollen — über bestehende Kassensysteme, Kartenterminals und Tap to Pay, zuerst in Frankreich. Im deutschen und belgischen E-Commerce ist Wero bereits verfügbar.
„Wero entscheidet sich nicht im Marketing, sondern an der Kasse. Solange kein Acquirer sagt, auf welchem Terminal es in Deutschland läuft, ist es für den Händler eine Ankündigung und keine Bezahlart."
Mastercard hat am 8. September 2026 den Report A Short History of the Future of Shopping and Payments veröffentlicht. Prognose: Mehr als jeder zehnte Onlinekäufer lässt bis 2030 regelmäßig einen KI-Agenten einkaufen, weltweit über 300 Millionen Menschen. Die konkrete Forderung an Händler ist unspektakulär und trotzdem die eigentliche Nachricht: Produktangaben, Werbeaussagen und Richtlinien müssen maschinenlesbar und überprüfbar werden.
„Der Agent liest keine Hochglanzbilder. Wenn Produktdaten, Preise und Rückgaberegeln nicht maschinenlesbar sind, existiert der Händler für ihn schlicht nicht — das ist kein Zukunftsthema, sondern eine Stammdatenaufgabe für dieses Quartal."
Eine am 8. September 2026 veröffentlichte IDnow-Studie zeigt: 52 Prozent der Deutschen kennen die europäische Identitäts-Wallet, 48 Prozent brechen Vorgänge ab, wenn die Verifizierung zu umständlich wird. 64 Prozent würden die Wallet eher nutzen, wenn sich einzelne Angaben wie das Alter ohne den Rest der Daten bestätigen ließen.
„Die Identitäts-Wallet wird für Händler nicht über Datenschutz entschieden, sondern über Abbruchquoten. Wer eine Alterskontrolle von drei Klicks auf einen verkürzt, verdient daran sofort."
Die Vertriebszeitung hat am 7. September 2026 neun typische Fehler in der Preisverhandlung beschrieben. Die Rechnung dahinter ist unbestechlich: Bei 30 Prozent Deckungsbeitragsmarge frisst ein Preisnachlass von fünf Prozent ein Sechstel des Deckungsbeitrags — nötig wären 20 Prozent mehr Absatz, nur um wieder gleichauf zu sein.
„Rabatt ist die teuerste Form von Bequemlichkeit im Vertrieb. Wer fünf Prozent nachlässt, verschenkt bei üblicher Marge ein Sechstel seines Deckungsbeitrags und braucht ein Fünftel mehr Abschlüsse, um das aufzuholen."
Revolut und Visa haben am 7. September 2026 die erste von einer KI ausgelöste Kartenzahlung in Frankreich abgewickelt: echte Revolut-Karte, echter Händler (Cleverbridge), Authentifizierung per Visa Payment Passkey statt PIN. Die Haftungsfrage bei Agentenkäufen ist damit nicht beantwortet, sondern erst gestellt.
„Wenn ein Agent bezahlt, verschwindet der Mensch aus dem Bezahlvorgang, aber nicht aus der Haftungskette. Händler sollten fragen, wer den Rückbelastungsfall trägt, bevor sie Agenten in den Checkout lassen."
Anthropic hat am 2. September 2026 offene Blueprints für Shopping- und Händler-Agenten veröffentlicht. Bewusst nicht enthalten: Bezahlprotokoll, Checkout und Werbeebene. Visa, Mastercard, Accenture und Shopify tragen die Bausteine in ihre Kundennetze.
„Der Agent baut den Warenkorb, die Kasse bleibt beim Händler — wer das jetzt versteht, verhandelt seine Checkout-Verträge anders als jemand, der auf den nächsten Hype wartet."
Ein Rechtsgutachten von Thomas Weck im Auftrag von Finanzwende Recherche prüft erstmals die wettbewerbsrechtliche Seite des digitalen Euro. Ergebnis: hoheitlich zulässig, aber die geplante Basisinfrastruktur ist unternehmerische Tätigkeit.
„Der digitale Euro wird für Händler nicht an der Geldpolitik entschieden, sondern an zwei Zeilen: was die Annahme kostet und wer die Infrastruktur betreibt."
Eine Auswertung von 70.364 Google-Maps-Einträgen zeigt: Wo Gastronomen ihre Zahlungsarten angeben, akzeptieren 89 Prozent Karte. Rund ein Viertel der Restaurants macht überhaupt keine Angabe, in Ludwigshafen ist jedes dritte Lokal mit Angabe reine Bargeldzone.
„Ein Viertel der Restaurants hinterlegt bei Google keine Zahlungsart und verschenkt damit genau die Information, nach der der Gast vor der Tür sucht."
Über 200 Unternehmen haben Kienbaum für die Vertriebsstudie 2026 Auskunft gegeben. Transparenz und Motivation funktionieren, an der strategischen Steuerung scheitern die meisten Vergütungssysteme: Sie zahlen auf kurzfristigen Umsatz, während das Unternehmen längst Profitabilität und Kundenbindung misst.
„Wer Deckungsbeitrag predigt und Umsatz bezahlt, bekommt Umsatz. Das Vergütungsmodell ist die ehrlichste Strategieaussage eines Unternehmens, alles andere ist Präsentation."
Der Zahlungsdienstleister secupay bietet Mastercards Pay by Bank ab sofort über Shopware, WooCommerce, JTL und die eigene API an. Der Kunde bestätigt die Überweisung im eigenen Online-Banking, der Händler bekommt eine Zahlung ohne Kartennetz.
„Kontozahlung im Checkout ist kein Kartenersatz, sondern Verhandlungsmasse: Wer neben der Karte eine zweite Schiene hat, redet über Gebühren aus einer anderen Position."
Seit dem 1. September 2026 verkauft der Gastro-Großhändler Transgourmet gemeinsam mit VR Payment eine eigene Kartenakzeptanz für Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung. Konditionen nennt die Ankündigung nicht, dafür einen Ersparnisrechner.
„Wenn der Lebensmittel-Großhändler plötzlich auch die Kartenakzeptanz verkauft, muss der Wirt zwei Preise vergleichen und nicht nur einen Katalog durchblättern."
Es gibt weiterhin kein Gesetz und keinen Entwurf. Der Koalitionsvertrag nennt nur die Absicht, dass Betriebe neben Bargeld eine digitale Zahlungsoption anbieten sollen. Was Händler jetzt trotzdem tun sollten.
„Die Kartenzahlungspflicht kommt nicht per Gesetz, sie ist längst da: 92 Prozent der girocard-Zahlungen laufen kontaktlos, und wer keine Karte nimmt, verliert den Kunden an der Kasse, nicht vor Gericht."
Das gemeinsame Zahlungsvolumen der beiden Kartensysteme stieg im zweiten Quartal 2026 in Euro gerechnet um neun Prozent, etwa das Doppelte des Einzelhandelswachstums. Mastercard prüft zudem den Verkauf von Vocalink und der dänischen Nets-Gruppe.
„Wenn die Kartenumsätze doppelt so schnell wachsen wie der Handel, wächst nicht der Konsum, sondern der Anteil, den die Kartensysteme an jedem Euro Konsum verdienen."
Salesforce beziffert in der aktuellen State-of-Sales-Studie den Anteil der Nicht-Verkaufszeit auf 70 Prozent: Datenpflege, interne Abstimmung, Verwaltung. Gleichzeitig meldet rund die Hälfte der deutschen Unternehmen, offene Vertriebsstellen nicht besetzen zu können.
„Wer seinen Vertrieb um 30 Prozent vergrößern will, braucht keine neuen Leute, sondern muss den vorhandenen die Verwaltung wegnehmen."
Die britische Payment Systems Regulator stellte fest, dass die Kernentgelte der Kartensysteme seit 2017 um mindestens 25 Prozent gestiegen sind und Händler 170 Millionen Pfund jährlich extra kosten. Jetzt verlangt sie prüfbare Aufzeichnungen für jede Preisentscheidung. Die EU-Kommission hat ihr Verfahren seit 2024 offen.
„Die Scheme Fee ist der einzige Teil der Kartengebühr, den kein Gesetz deckelt und kein Händler verhandeln kann; deshalb ist sie in zehn Jahren um ein Viertel gestiegen, während der Interchange gedeckelt blieb."
Der Amsterdamer Zahlungsdienstleister meldet 156 Millionen Euro Nettoumsatz im ersten Halbjahr, plant 350 Millionen Euro für die Expansion in ganz Europa und übernimmt den Lastschrift-Spezialisten GoCardless für 1,1 Milliarden Euro.
„Mollie kauft mit GoCardless die Lastschrift, weil im Abo-Geschäft nicht die Karte gewinnt, sondern das Konto; für Händler heißt das mehr Auswahl und mehr Verhandlungsmacht."
Das dänische Payment-Unternehmen setzt auf Vertreter, die bei Bäckern und Friseuren klingeln. 2025 wuchs der Umsatz auf 39 Millionen Euro bei 70 Millionen Euro Verlust; für 2026 plant das Management 100 bis 105 Millionen Umsatz und bis zu 150 Millionen Verlust.
„Flatpay beweist, dass persönlicher Vertrieb im Payment funktioniert, und dass er 140 Millionen Euro Verlust kostet, wenn das Produkt dahinter nur ein Terminal mit Pauschalpreis ist."
Die europäische Bezahllösung der Banken ist in vier Ländern live, mehr als 120 E-Commerce-Händler akzeptieren sie, und im Oktober beginnt die Migration des niederländischen Marktführers iDEAL. Der Käuferschutz kommt gestaffelt bis 2028.
„Wero wird nicht am Werbebudget entscheiden, sondern an der Frage, ob es im Checkout des Händlers billiger ist als PayPal; die iDEAL-Migration ist der erste echte Test dafür."
4,21 Milliarden Zahlungen, 151,9 Milliarden Euro Umsatz, 1,397 Millionen Terminals. Die Transaktionen wachsen um vier Prozent, der Umsatz nur um 0,8 Prozent. Für Händler heißt das: mehr Buchungen für dasselbe Geld.
„Vier Prozent mehr Transaktionen bei 0,8 Prozent mehr Umsatz bedeutet: Jeder Händler mit fixem Transaktionsentgelt zahlt für dasselbe Geschäft heute mehr als vor einem Jahr."
Nach der Trilog-Einigung vom 5. Mai 2026 wird die formelle Verabschiedung im Sommer oder Herbst erwartet. Die Verordnung PSR gilt dann rund 21 Monate nach Veröffentlichung, die Richtlinie PSD3 muss binnen 24 Monaten umgesetzt werden. Was sich für Händler ändert.
„PSD3 ist für Banken ein Compliance-Projekt und für Händler eine Preisfrage: Wer die Betrugshaftung trägt, bestimmt, was die Zahlung kostet."
Der Test beginnt in der zweiten Jahreshälfte 2027, dauert zwölf Monate und probt Zahlungen im Handel, im Online-Shop und zwischen Privatpersonen. Fünf deutsche Bewerber sind dabei, darunter Payone und Deutsche Bank.
„Der digitale Euro wird am Terminal nur dann eine Rolle spielen, wenn er für den Händler billiger ist als die girocard; sonst bleibt er ein Projekt für Zentralbanken."
Nettoumsatz 1,3 Milliarden Euro, verarbeitetes Volumen 804 Milliarden Euro, dazu die Übernahmen von Talon.One und Orb. Der niederländische Zahlungsdienstleister baut vom Acquirer zur Handelsplattform um.
„Adyen verkauft dem Handel nicht mehr die Zahlung, sondern die Kundenbeziehung drumherum, und genau da müssen sich die klassischen Netzbetreiber fragen, was sie außer dem Terminal noch anbieten."
Der Zahlungsdienstleister übernimmt einen KI-Router, der Anfragen auf über 400 Sprachmodelle verteilt. Der Preis liegt beim 5,4-Fachen der Bewertung von Mai. Warum ein Payment-Unternehmen KI-Infrastruktur kauft und was das für den Checkout bedeutet.
„Stripe kauft keine KI-Firma, Stripe kauft die Kasse für den Moment, in dem nicht mehr der Mensch, sondern sein KI-Agent bezahlt."
Der größte Terminalhersteller Europas wandelt Schulden in Eigenkapital, PIMCO führt die Investorengruppe an, der bisherige Eigentümer Apollo geht. Was das für Händler mit Ingenico-Geräten an der Kasse heißt.
„Wenn der Hersteller hinter dem Terminal restrukturiert, spürt der Händler das nicht am Gerät, sondern beim Ersatzteil, beim Update und beim Preis der nächsten Generation."