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Digitaler Euro: EZB wählt 36 Zahlungsdienstleister für den Pilotbetrieb aus

Der Test beginnt in der zweiten Jahreshälfte 2027, dauert zwölf Monate und probt Zahlungen im Handel, im Online-Shop und zwischen Privatpersonen. Fünf deutsche Bewerber sind dabei, darunter Payone und Deutsche Bank.

Was ist passiert

Die Europäische Zentralbank hat am 14. Juli 2026 die Teilnehmer für den Pilotbetrieb des digitalen Euro benannt: 36 Zahlungsdienstleister aus dem Euroraum, ausgewählt aus mehr als 50 Bewerbungen, darunter Geschäftsbanken, Zentralinstitute, Zahlungsabwickler und Fintechs. Aus Deutschland sind fünf Bewerber dabei, genannt werden unter anderem Deutsche Bank, DZ Bank, Helaba, Payone und RS2. Der Pilot startet in der zweiten Jahreshälfte 2027, läuft zwölf Monate und testet Zahlungen im Handel, im E-Commerce und zwischen Privatpersonen. Gesetzliches Zahlungsmittel ist der digitale Euro in dieser Phase nicht; er ist nur für ausgewählte Händler und Beschäftigte des Eurosystems zugänglich. Der Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens wird bis Ende 2026 erwartet, eine mögliche Erstausgabe für 2029.

Wen es trifft

Zunächst niemanden an der Kasse. Ab 2027 die Händler, die als Pilotteilnehmer gewonnen werden. Ab 2029 potenziell jeder Händler im Euroraum, weil die Verordnung eine Annahmepflicht für den digitalen Euro vorsieht.

Einordnung

Die Liste der Teilnehmer ist aufschlussreicher als der Zeitplan. Mit Payone, Adyen, Nexi, Worldline, SumUp und Stripe sind die Acquirer und Netzbetreiber dabei, die heute die Terminals stellen. Der digitale Euro wird also über die bestehende Infrastruktur laufen, nicht daran vorbei. Das ist die gute Nachricht für Händler: kein neues Gerät, keine zweite Kasse.

Die offene Frage ist der Preis. Die Verordnung sieht einen Deckel für Händlergebühren vor, orientiert an den günstigsten vergleichbaren Zahlungsmitteln. Wenn das ernst gemeint ist, wird der digitale Euro billiger als die Kreditkarte und im Bereich der girocard liegen. Dann hat er eine Chance. Wenn die Gebühr am Ende von denselben Anbietern gestaltet wird, die heute an der Karte verdienen, bleibt er ein Prestigeprojekt mit Annahmepflicht.

Was jetzt zu tun ist

  1. Nichts kaufen, nichts umrüsten. Bis 2029 gibt es keine Pflicht und keinen Nutzen.
  2. Bei der nächsten Terminalentscheidung auf Android-Geräte mit Update-Fähigkeit achten; der digitale Euro kommt als Software.
  3. Als Händler mit Interesse am Pilot beim eigenen Netzbetreiber nachfragen, ob er zu den 36 Teilnehmern gehört.

Quellen

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