Es gibt weiterhin kein Gesetz und keinen Entwurf. Der Koalitionsvertrag nennt nur die Absicht, dass Betriebe neben Bargeld eine digitale Zahlungsoption anbieten sollen. Was Händler jetzt trotzdem tun sollten.
„Die Kartenzahlungspflicht kommt nicht per Gesetz, sie ist längst da: 92 Prozent der girocard-Zahlungen laufen kontaktlos, und wer keine Karte nimmt, verliert den Kunden an der Kasse, nicht vor Gericht."
Das gemeinsame Zahlungsvolumen der beiden Kartensysteme stieg im zweiten Quartal 2026 in Euro gerechnet um neun Prozent, etwa das Doppelte des Einzelhandelswachstums. Mastercard prüft zudem den Verkauf von Vocalink und der dänischen Nets-Gruppe.
„Wenn die Kartenumsätze doppelt so schnell wachsen wie der Handel, wächst nicht der Konsum, sondern der Anteil, den die Kartensysteme an jedem Euro Konsum verdienen."
Salesforce beziffert in der aktuellen State-of-Sales-Studie den Anteil der Nicht-Verkaufszeit auf 70 Prozent: Datenpflege, interne Abstimmung, Verwaltung. Gleichzeitig meldet rund die Hälfte der deutschen Unternehmen, offene Vertriebsstellen nicht besetzen zu können.
„Wer seinen Vertrieb um 30 Prozent vergrößern will, braucht keine neuen Leute, sondern muss den vorhandenen die Verwaltung wegnehmen."
Die britische Payment Systems Regulator stellte fest, dass die Kernentgelte der Kartensysteme seit 2017 um mindestens 25 Prozent gestiegen sind und Händler 170 Millionen Pfund jährlich extra kosten. Jetzt verlangt sie prüfbare Aufzeichnungen für jede Preisentscheidung. Die EU-Kommission hat ihr Verfahren seit 2024 offen.
„Die Scheme Fee ist der einzige Teil der Kartengebühr, den kein Gesetz deckelt und kein Händler verhandeln kann; deshalb ist sie in zehn Jahren um ein Viertel gestiegen, während der Interchange gedeckelt blieb."
Der Amsterdamer Zahlungsdienstleister meldet 156 Millionen Euro Nettoumsatz im ersten Halbjahr, plant 350 Millionen Euro für die Expansion in ganz Europa und übernimmt den Lastschrift-Spezialisten GoCardless für 1,1 Milliarden Euro.
„Mollie kauft mit GoCardless die Lastschrift, weil im Abo-Geschäft nicht die Karte gewinnt, sondern das Konto; für Händler heißt das mehr Auswahl und mehr Verhandlungsmacht."
Das dänische Payment-Unternehmen setzt auf Vertreter, die bei Bäckern und Friseuren klingeln. 2025 wuchs der Umsatz auf 39 Millionen Euro bei 70 Millionen Euro Verlust; für 2026 plant das Management 100 bis 105 Millionen Umsatz und bis zu 150 Millionen Verlust.
„Flatpay beweist, dass persönlicher Vertrieb im Payment funktioniert, und dass er 140 Millionen Euro Verlust kostet, wenn das Produkt dahinter nur ein Terminal mit Pauschalpreis ist."
Die europäische Bezahllösung der Banken ist in vier Ländern live, mehr als 120 E-Commerce-Händler akzeptieren sie, und im Oktober beginnt die Migration des niederländischen Marktführers iDEAL. Der Käuferschutz kommt gestaffelt bis 2028.
„Wero wird nicht am Werbebudget entscheiden, sondern an der Frage, ob es im Checkout des Händlers billiger ist als PayPal; die iDEAL-Migration ist der erste echte Test dafür."
4,21 Milliarden Zahlungen, 151,9 Milliarden Euro Umsatz, 1,397 Millionen Terminals. Die Transaktionen wachsen um vier Prozent, der Umsatz nur um 0,8 Prozent. Für Händler heißt das: mehr Buchungen für dasselbe Geld.
„Vier Prozent mehr Transaktionen bei 0,8 Prozent mehr Umsatz bedeutet: Jeder Händler mit fixem Transaktionsentgelt zahlt für dasselbe Geschäft heute mehr als vor einem Jahr."
Nach der Trilog-Einigung vom 5. Mai 2026 wird die formelle Verabschiedung im Sommer oder Herbst erwartet. Die Verordnung PSR gilt dann rund 21 Monate nach Veröffentlichung, die Richtlinie PSD3 muss binnen 24 Monaten umgesetzt werden. Was sich für Händler ändert.
„PSD3 ist für Banken ein Compliance-Projekt und für Händler eine Preisfrage: Wer die Betrugshaftung trägt, bestimmt, was die Zahlung kostet."
Der Test beginnt in der zweiten Jahreshälfte 2027, dauert zwölf Monate und probt Zahlungen im Handel, im Online-Shop und zwischen Privatpersonen. Fünf deutsche Bewerber sind dabei, darunter Payone und Deutsche Bank.
„Der digitale Euro wird am Terminal nur dann eine Rolle spielen, wenn er für den Händler billiger ist als die girocard; sonst bleibt er ein Projekt für Zentralbanken."
Nettoumsatz 1,3 Milliarden Euro, verarbeitetes Volumen 804 Milliarden Euro, dazu die Übernahmen von Talon.One und Orb. Der niederländische Zahlungsdienstleister baut vom Acquirer zur Handelsplattform um.
„Adyen verkauft dem Handel nicht mehr die Zahlung, sondern die Kundenbeziehung drumherum, und genau da müssen sich die klassischen Netzbetreiber fragen, was sie außer dem Terminal noch anbieten."
Der Zahlungsdienstleister übernimmt einen KI-Router, der Anfragen auf über 400 Sprachmodelle verteilt. Der Preis liegt beim 5,4-Fachen der Bewertung von Mai. Warum ein Payment-Unternehmen KI-Infrastruktur kauft und was das für den Checkout bedeutet.
„Stripe kauft keine KI-Firma, Stripe kauft die Kasse für den Moment, in dem nicht mehr der Mensch, sondern sein KI-Agent bezahlt."
Der größte Terminalhersteller Europas wandelt Schulden in Eigenkapital, PIMCO führt die Investorengruppe an, der bisherige Eigentümer Apollo geht. Was das für Händler mit Ingenico-Geräten an der Kasse heißt.
„Wenn der Hersteller hinter dem Terminal restrukturiert, spürt der Händler das nicht am Gerät, sondern beim Ersatzteil, beim Update und beim Preis der nächsten Generation."