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girocard im ersten Halbjahr 2026: Rekord bei Terminals, aber der Bon wird kleiner

4,21 Milliarden Zahlungen, 151,9 Milliarden Euro Umsatz, 1,397 Millionen Terminals. Die Transaktionen wachsen um vier Prozent, der Umsatz nur um 0,8 Prozent. Für Händler heißt das: mehr Buchungen für dasselbe Geld.

Was ist passiert

EURO Kartensysteme, die Betreibergesellschaft der Deutschen Kreditwirtschaft für die girocard, hat am 25. August 2026 die Halbjahreszahlen veröffentlicht. Rund 4,21 Milliarden Mal wurde im ersten Halbjahr mit der girocard bezahlt, ein Plus von 4,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Umsatz lag bei 151,9 Milliarden Euro, das sind 0,8 Prozent mehr. Die Zahl der aktiven Terminals stieg um 11,1 Prozent auf 1,397 Millionen, ein neuer Höchstwert. Im Juni liefen rund 92 Prozent aller girocard-Zahlungen kontaktlos, nach 88 Prozent im Juni 2025. Der durchschnittliche Zahlbetrag sank von 37,28 Euro auf 36,12 Euro.

Wen es trifft

Jeden Händler mit Kartenterminal in Deutschland, besonders Betriebe mit vielen kleinen Bons: Bäcker, Kioske, Cafés, Friseure, Imbisse.

Einordnung

Die Schlagzeile lautet Rekord, die Rechnung für den Händler sieht anders aus. Wenn die Zahl der Transaktionen um vier Prozent steigt, der Umsatz aber nur um 0,8 Prozent, dann bezahlen Kunden häufiger und kleiner. Das ist gut für die Kundenbindung und schlecht für jeden Vertrag, in dem ein fixes Entgelt pro Transaktion steht. Bei sieben bis elf Cent je Buchung, wie sie im deutschen Netzbetrieb üblich sind, kostet ein Bon von fünf Euro effektiv bis zu 2,2 Prozent, egal wie niedrig das beworbene Disagio ist.

Die elf Prozent mehr Terminals sind die zweite Botschaft. Der Zuwachs hat sich gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt, und er kommt nicht aus dem Lebensmittelhandel, der längst durchgerüstet ist, sondern aus den Kleinbetrieben. Genau dort werden gerade Verträge mit Laufzeiten von 36 bis 72 Monaten unterschrieben. Wer jetzt einsteigt, legt seine Kostenstruktur für Jahre fest.

Was jetzt zu tun ist

  1. Den eigenen Durchschnittsbon aus dem Kassensystem ziehen und gegen das Transaktionsentgelt im Vertrag rechnen.
  2. Bei Bonwerten unter 15 Euro Angebote ohne fixes Transaktionsentgelt prüfen, bei Bonwerten über 50 Euro auf einen niedrigen Prozentsatz achten.
  3. Kontaktlos-Quote von 92 Prozent ernst nehmen: Ein Terminal ohne schnelles NFC bremst die Kasse.

Quellen

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