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Flatpay: Umsatz verdreifacht, Verluste verdoppelt, 2.000 Mitarbeiter im Haustürvertrieb

Das dänische Payment-Unternehmen setzt auf Vertreter, die bei Bäckern und Friseuren klingeln. 2025 wuchs der Umsatz auf 39 Millionen Euro bei 70 Millionen Euro Verlust; für 2026 plant das Management 100 bis 105 Millionen Umsatz und bis zu 150 Millionen Verlust.

Was ist passiert

Flatpay, 2022 in Kopenhagen gegründet und seit November 2025 mit 1,5 Milliarden Euro bewertet, hat seinen Jahresabschluss 2025 vorgelegt. Der Umsatz verdreifachte sich auf 39 Millionen Euro, getrieben vom Markteintritt in Deutschland. Der operative Verlust lag bei 70 Millionen Euro. Bis Juni 2026 wuchs die Belegschaft auf rund 2.000 Beschäftigte, die Zahl der Händler auf über 100.000. Für 2026 erwartet das Management 100 bis 105 Millionen Euro Umsatz und einen Verlust von 140 bis 150 Millionen Euro. Das Geschäftsmodell: ein Terminal zu einem festen Prozentsatz, verkauft durch Außendienstler, die persönlich bei kleinen Betrieben vorsprechen.

Wen es trifft

Kleine Händler und Gastronomen, bei denen in den nächsten Monaten ein Flatpay-Vertreter im Laden steht. Und jeden Payment-Anbieter, der glaubte, der KMU-Markt sei mit Online-Anmeldung und Paketversand erledigt.

Einordnung

Ich finde die Zahlen aus zwei Gründen bemerkenswert. Erstens widerlegen sie die Erzählung, dass im Payment nur noch digital verkauft wird. SumUp und Zettle haben Millionen Händler über Selbstbedienung gewonnen; Flatpay holt sich die Betriebe, die dieses Modell nie erreicht hat, indem jemand hingeht. Das ist mein Geschäft, und ich sage seit Jahren: Der Bäcker unterschreibt bei dem, der vor ihm steht und seine Kasse versteht.

Zweitens zeigen sie den Preis dieses Modells. 2.000 Beschäftigte für 39 Millionen Umsatz, das sind knapp 20.000 Euro Umsatz je Kopf. Der Vertrieb verkauft schneller, als das Produkt Marge liefert. Ein Pauschalpreis pro Transaktion ist einfach zu erklären und einfach zu unterbieten. Wer im Außendienst nur ein Terminal verkauft, baut eine Kostenmaschine. Wer Beratung verkauft, Kassenanbindung, Kostenstruktur, Vertragsklarheit, verdient auch am zweiten Jahr.

Was jetzt zu tun ist

  1. Als Händler: Jeden Außendienstbesuch als Preisvergleich nutzen, nichts am selben Tag unterschreiben, alle Kostenbausteine schriftlich mitnehmen.
  2. Als Vertriebsleitung: Provision an Bestandsdauer koppeln, nicht nur an Abschluss, sonst kauft man Kündigungen.
  3. Als Anbieter: Persönlicher Vertrieb rechnet sich nur mit einem Produkt, das nach dem Abschluss weiter Wert liefert.

Quellen

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