Vier Wege ins Online-Payment: Plugin, gehostete Seite, Komponenten, API, und was jeder davon an PCI-Aufwand kostet
Wie ein Shop Zahlungen technisch anbindet, entscheidet über Onboarding-Zeit, Conversion und Sicherheitsaufwand. Der Überblick über Integrationsarten, den Zahlartenmix im DACH-Raum und den Payment Link als Vertriebskanal ohne Shop.
Die kurze Antwort
Ein Shop kann Zahlungen auf vier Arten anbinden. Sie unterscheiden sich in Aufwand, Gestaltungsfreiheit und vor allem im Umfang der Sicherheitspflichten nach PCI DSS. Für die meisten kleinen und mittleren Händler ist die gehostete Bezahlseite oder das Shop-Plugin die richtige Wahl; die direkte Schnittstelle lohnt sich erst, wenn das eigene Entwicklungsteam den Aufwand trägt.
Die vier Integrationswege
| Weg | Wie es funktioniert | PCI-Fragebogen | Für wen |
|---|---|---|---|
| Shop-Plugin | Fertiges Modul für Shopware, WooCommerce, Shopify, Magento | meist SAQ A | Standard-Shops, schnellstes Onboarding |
| Hosted Payment Page | Weiterleitung auf die Bezahlseite des Anbieters | SAQ A | alle, die keine Kartendaten anfassen wollen |
| Embedded Components | Eingebettete Felder des Anbieters im eigenen Checkout | SAQ A-EP | Shops mit eigenem Design, ohne Kartendaten auf dem eigenen Server |
| Direct API | Kartendaten laufen über den Händlerserver | SAQ D | Konzerne mit eigener Sicherheitsorganisation |
PCI DSS ist der stille Kostentreiber. SAQ A umfasst rund zwei Dutzend Fragen, SAQ D mehrere hundert Anforderungen mit jährlicher Prüfung. Anbieter berechnen zudem 5 bis 15 Euro monatlich für PCI-Compliance, wenn der Händler sie nicht selbst nachweist. Wer die Kartendaten dem Anbieter überlässt, spart Geld und Haftung.
Der Payment Link: Vertrieb ohne Shop
Ein Payment Link ist ein vom Anbieter erzeugter Link oder QR-Code, verschickt per WhatsApp, E-Mail, SMS oder gedruckt auf die Rechnung. Der Kunde bezahlt auf der gehosteten Seite des Anbieters. Für Handwerker, Berater, Studios, Vorbestellungen und Anzahlungen ist das die einfachste Form von Online-Payment, ohne Shop, ohne Integration, mit denselben Zahlarten.
Der Zahlartenmix im DACH-Raum
Für Deutschland: Karte, PayPal, SEPA-Lastschrift, Kauf auf Rechnung (in vielen Sortimenten die beliebteste Zahlart) und Ratenkauf. Für Österreich zusätzlich eps-Überweisung, die über 11.000 Shops anbieten, und Bluecode. giropay wurde zum Jahresende 2024 eingestellt; jede Checkout-Seite, die es noch zeigt, ist veraltet. Nachfolger ist Wero, seit November 2025 im deutschen Online-Handel und von Payone, VR Payment, Unzer, Nexi, Worldline und Stripe unterstützt.
Der Mix ist keine Frage der Vollständigkeit. Jede Zahlart hat eigene Kosten (Karte um 1,8 Prozent plus Fixbetrag, Lastschrift Cent-Beträge, Rechnungskauf mit Absicherung mehrere Prozent) und ein eigenes Rückbuchungsrisiko. Die Reihenfolge im Checkout steuert, was Kunden wählen.
Omnichannel: ein Vertrag für Laden und Shop
Wer Laden und Online-Shop betreibt, sollte beides bei einem Anbieter in einem Vertrag, einer Abrechnung und einem Portal führen. Das ermöglicht Click & Collect, Bestellung im Laden mit Lieferung nach Hause, kanalübergreifende Retouren und Tap to Pay auf dem Smartphone als Ergänzung zum Terminal. Getrennte Anbieter für Kasse und Shop bedeuten doppelte Verwaltung, doppelte Gebührenstruktur und keine gemeinsame Kundensicht.
Was zu tun ist
- Integrationsweg nach PCI-Aufwand wählen, nicht nach Gestaltungsfreiheit; SAQ A ist für die meisten Händler richtig.
- Zahlarten nach Kosten und Risiko sortieren und im Checkout entsprechend anordnen.
- giropay entfernen, Wero prüfen.
- Terminal und Online beim selben Anbieter zusammenführen, wenn die Konditionen stimmen.