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Adyen Authenticate: KI wählt zwischen 3DS und Passkeys, Too Good To Go meldet 11 Prozent mehr Conversion

Adyen hat am 22. September 2026 ein Upgrade seines Authentifizierungsprodukts Authenticate vorgestellt: Ein Machine-Learning-Modell entscheidet pro Zahlung, ob und wie authentifiziert wird, zwischen 3D Secure, Google Secure Payment Authentication sowie den Payment Passkeys von Visa und Mastercard. Pilotkunden melden 11 Prozent (Too Good To Go) und 12 Prozent (Just Eat Takeaway.com) mehr Zahlungs-Conversion; die neuen Verfahren laufen vorerst nur in Großbritannien live.

Was ist passiert

Adyen hat am 22. September 2026 ein Upgrade seines Produkts Authenticate angekündigt, am 26. September griff retail-news die Meldung für den deutschen Markt auf. Statt fester 3DS-Regeln trifft ein Machine-Learning-Modell pro Transaktion drei Entscheidungen: ob überhaupt authentifiziert werden muss, mit welchem Verfahren, und welche Daten an die kartenausgebende Bank gehen. Zur Auswahl stehen 3D Secure, Google Secure Payment Authentication sowie die Payment Passkeys von Visa und Mastercard, laut Adyen über eine einzige Integration. Pilotkunden nennt Adyen selbst: Too Good To Go mit 11 Prozent mehr Zahlungs-Conversion, Just Eat Takeaway.com mit 12 Prozent auf dem berechtigten Traffic. Für 3DS ist das Produkt weltweit live, die neuen Verfahren laufen vorerst nur in Großbritannien, der weitere Ausbau ist bis 2027 geplant.

Wen es trifft

Online-Händler mit Kartenzahlung im Checkout, vor allem mit hohem Anteil an Mobilkäufen und wiederkehrenden Kunden. Dazu jeder, der heute mit starren 3DS-Regeln oder einem separaten Authentifizierungsanbieter arbeitet.

Einordnung

Bei 3D Secure verlieren Händler seit Jahren Kunden, ohne es genau zu sehen: Die Bank-App öffnet sich nicht, der SMS-Code kommt zu spät, der Kunde bricht ab. Passkeys, also die Freigabe per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung auf dem eigenen Gerät, sind die naheliegende Antwort. Neu ist hier nicht das Verfahren, sondern dass ein Acquirer die Wahl des Verfahrens an den Ausgang der Autorisierung koppelt. Das kann nur, wer beide Seiten der Zahlung sieht.

Die zweistelligen Zahlen sind Herstellerangaben aus einem Pilotbetrieb mit zwei ausgesuchten Kunden. Sie zeigen die Richtung, nicht den Durchschnitt. Für deutsche Händler bleibt außerdem die Frage offen, wann die Passkey-Verfahren hier live gehen und wie die kartenausgebenden Banken mitziehen. Die Regeln der starken Kundenauthentifizierung gelten weiter, eine KI entscheidet nur innerhalb der erlaubten Ausnahmen. Wie wir im Wochenbriefing KW 39 festgehalten haben: Wer die Schiene nicht selbst wählt, übernimmt die Regeln eines anderen.

Was jetzt zu tun ist

  1. Beim eigenen Zahlungsanbieter die Abbruchquote im 3DS-Schritt anfordern, getrennt nach Mobil und Desktop.
  2. Klären, ob Passkeys und die SCA-Ausnahmen für Kleinbeträge und Transaktionsrisiko heute schon genutzt werden.
  3. Bei neuen Authentifizierungsprodukten auf Zahlen aus dem eigenen Traffic bestehen, nicht auf Pilotwerte anderer Händler.

Quellen

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