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89 Prozent der Restaurants nehmen Karte, aber ein Viertel sagt es niemandem

Eine Auswertung von 70.364 Google-Maps-Einträgen zeigt: Wo Gastronomen ihre Zahlungsarten angeben, akzeptieren 89 Prozent Karte. Rund ein Viertel der Restaurants macht überhaupt keine Angabe, in Ludwigshafen ist jedes dritte Lokal mit Angabe reine Bargeldzone.

Was ist passiert

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband hat am 4. September 2026 eine Auswertung zur Kartenakzeptanz in der Gastronomie veröffentlicht. Grundlage sind öffentlich einsehbare Google-Maps-Angaben von 70.364 Restaurants in den 101 einwohnerstärksten Städten Deutschlands, erhoben zum Stichtag 30. Juli 2026 über den Datendienst Outscraper. Von den Restaurants, die ihre akzeptierten Zahlungsarten überhaupt angeben, bieten 89 Prozent Kartenzahlung an. Spitzenreiter ist Konstanz mit 97,6 Prozent, gefolgt von Gütersloh mit 96,8 und Kiel mit 95,8 Prozent. Am anderen Ende steht Ludwigshafen am Rhein: Dort akzeptieren 34,3 Prozent der Restaurants mit Zahlungsangabe ausschließlich Bargeld. Rund ein Viertel aller erfassten Betriebe hinterlegt gar keine Angabe zur Zahlungsart. Zur Einordnung nennt der Verband rund 4,2 Milliarden girocard-Transaktionen im ersten Halbjahr 2026.

Wen es trifft

Gastronomen in Städten mit hoher Laufkundschaft und Tourismus, deren Gäste vor dem Betreten auf dem Handy nachsehen. Betreiber, die Karte akzeptieren, es aber nirgends dokumentiert haben. Und jeden Wirt, der noch überlegt, ob sich ein Terminal am Tisch rechnet.

Einordnung

Diese Zahlen messen zwei Dinge gleichzeitig, und man sollte sie sauber trennen. Sie messen Kartenakzeptanz, und da ist die Sache entschieden: Wer heute in einer deutschen Großstadt ein Restaurant führt und kein Terminal hat, gehört zu einer schrumpfenden Minderheit. Sie messen aber vor allem die Pflege des eigenen Google-Profils. Dass ein Viertel der Betriebe keine Zahlungsart hinterlegt, heißt nicht, dass dort bar kassiert wird — es heißt, dass diese Wirte einen kostenlosen Verkaufsvorteil liegen lassen.

Aus Netzbetreiber-Sicht ist genau das die teuerste Lücke im Alltag. Ich sehe regelmäßig Betriebe, die dreistellige Beträge im Monat für Terminal und Transaktionen zahlen und den Hinweis darauf weder an der Tür noch im Google-Eintrag führen. Der Gast entscheidet an der Straßenecke, nicht an der Kasse. Und wer in Ludwigshafen zu den 34,3 Prozent gehört, sollte nicht über die Statistik streiten, sondern über den durchschnittlichen Bon: Kartenzahler geben in der Gastronomie nicht weniger aus.

Was jetzt zu tun ist

  1. Google-Business-Profil öffnen und unter Zahlungsoptionen alle akzeptierten Verfahren eintragen — girocard, Debit- und Kreditkarten, mobile Wallets. Dauert fünf Minuten, kostet nichts.
  2. Den gleichen Hinweis an Eingangstür und Speisekarte anbringen, inklusive Trinkgeldfunktion am Gerät.
  3. Wer noch bar kassiert: den eigenen Terminalbedarf an der Realität prüfen — Tischgerät mit Mobilfunk statt fester Kasse, und die Transaktionsentgelte gegen den entgangenen Umsatz rechnen, nicht gegen null.

Quellen

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