PayPal+ startet in Deutschland: Punkte für die teuerste Zahlart im Checkout
PayPal hat sein Bonusprogramm PayPal+ in Deutschland gestartet, Fachdienste berichteten am 17. September 2026 darüber. Ein Punkt je fünf Euro Einkaufswert, 1.000 Punkte sind zehn Euro wert, im Laden gibt es Punkte nur mit PayPal Card oder Ratenzahlung To Go. Für Händler ist das keine Rabattaktion, sondern Zahlartensteuerung.
Was ist passiert
PayPal hat in Deutschland ein eigenes Bonusprogramm gestartet. Fachdienste berichteten am 17. September 2026 übereinstimmend über die Mitteilung des Unternehmens; freigeschaltet wird schrittweise über mehrere Monate. Die Mechanik: Nach einmaliger Registrierung in der PayPal-App gibt es für infrage kommende Online-Einkäufe einen Punkt je fünf Euro Einkaufswert, 1.000 Punkte sind zehn Euro wert. Im stationären Handel sammelt nur, wer mit der PayPal Card oder mit PayPal Ratenzahlung To Go bezahlt, und dort ist bei 1.000 Punkten im Monat Schluss. Es gibt zwei kostenfreie Stufen, Blue und Gold; Gold beginnt bei 4.000 Punkten und hebt den Punktwert im Online-Checkout um 20 Prozent an, 100 Punkte sind dann 1,20 Euro statt einem Euro. Anmelde- oder Monatsgebühren nennt PayPal keine. Was das für die Händlerseite kostet, steht in keiner der Meldungen.
Wen es trifft
Online-Händler, die PayPal im Checkout anbieten — und stationäre Händler, an deren Kasse künftig eine Karte auftaucht, die für den Kunden Punkte bringt.
Einordnung
Ein Bonusprogramm ist an dieser Stelle keine Marketingaktion, sondern ein Hebel auf die Zahlartenwahl. Und die Zahlartenwahl ist im deutschen Online-Handel die teuerste Stellschraube, die ein Shop hat. Die EHI-Studie Online-Payment 2026 hat bei 172 befragten Händlern gemessen, wo das Geld hingeht: PayPal führt mit 28,7 Prozent Umsatzanteil vor Rechnungskauf mit 26,1 Prozent und Lastschrift mit 14,4 Prozent. Bei den Kosten kehrt sich die Reihenfolge um — PayPal schlägt im Schnitt mit 1,94 Prozent vom Umsatz zu Buche, die Lastschrift mit 0,65 Prozent. Jeder Prozentpunkt Verschiebung von der günstigen zur bequemen Zahlart ist bei 100.000 Euro Online-Umsatz rund 1.300 Euro im Jahr, die niemand in der Bilanz als Marketingausgabe wiederfindet.
Interessanter finde ich den zweiten Teil, den kaum jemand kommentiert hat: Punkte gibt es stationär nur mit PayPal Card oder Ratenzahlung To Go. Damit baut ein Online-Anbieter eine Belohnung dafür, an der Ladenkasse an der girocard vorbeizuzahlen — und die Deckelung auf 1.000 Punkte im Monat zeigt, dass PayPal selbst weiß, was das kostet. Händler sollten das nüchtern sehen: Kundenbindung, die jemand anderes betreibt, bindet den Kunden nicht an den Laden, sondern an die Zahlart. Wer eigene Punkte vergibt, sollte sie an den Bon hängen, nicht an das Bezahlverfahren.
Was jetzt zu tun ist
- Die eigene Checkout-Statistik der letzten zwölf Monate nach Zahlart aufschlüsseln und mit den jeweiligen Entgelten multiplizieren. Erst diese Zahl macht Verschiebungen sichtbar.
- Günstige Zahlarten im Checkout sichtbar und vorbelegt halten, statt sie hinter Auswahlmenüs zu verstecken — Reihenfolge ist im Checkout die wirksamste Steuerung, die ein Shop selbst in der Hand hat.
- Im stationären Geschäft die Kartenmischung beobachten: Wächst der Anteil international ausgegebener Debitkarten spürbar, gehört die Terminalabrechnung auf den Prüfstand.
Quellen
- IT-Finanzmagazin: Bonusprogramm PayPal+ startet in Deutschland — Bonuspunkte für Online- und Ladenkäufe (17.09.2026)
- t3n: Paypal Plus startet in Deutschland — so viel bringt das neue Bonusprogramm wirklich (17.09.2026)
- IT-Finanzmagazin: Online-Payment — Rechnungskauf und PayPal weiter dominierend, laut EHI-Studie Online-Payment 2026 (08.05.2026)