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Wero soll aufs Kartenterminal: HiPay wird EPI-Gesellschafter und nennt zuerst Frankreich

Die European Payments Initiative hat am 8. September 2026 den französischen Zahlungsdienstleister HiPay als Principal Member aufgenommen. HiPay will zu den Ersten gehören, die Wero am Point of Sale ausrollen — über bestehende Kassensysteme, Kartenterminals und Tap to Pay, zuerst in Frankreich. Im deutschen und belgischen E-Commerce ist Wero bereits verfügbar.

Was ist passiert

Die European Payments Initiative (EPI), Trägerin der Bezahllösung Wero, hat am 8. September 2026 den französischen Zahlungsdienstleister HiPay als Principal Member aufgenommen. HiPay wickelt für Händler in Europa lokale Bezahlverfahren ab — genannt werden unter anderem Multibanco MB Way in Portugal, Bancomat Pay in Italien, Bancontact in Belgien und Bizum in Spanien — und unterhält Teams in Paris, Brüssel, Lissabon, Mailand, Madrid und München. Der für Händler entscheidende Satz der Mitteilung steht weiter hinten: HiPay will zu den Ersten gehören, die Wero am Point of Sale ausrollen, und zwar über bestehende Kassensysteme, Kartenterminals und Tap to Pay. Zuerst passiert das in Frankreich, wo Wero im Onlinehandel bis Jahresende 2026 starten soll; in Deutschland und Belgien ist Wero im E-Commerce bereits verfügbar. EPI-Chefin Martina Weimert nennt als Ziel Bezahllösungen, die auf die Besonderheiten des jeweiligen Marktes zugeschnitten sind.

Wen es trifft

Stationäre Händler und Gastronomen, die in den nächsten zwei Jahren Terminals tauschen oder Verträge verlängern. Außerdem Onlinehändler in Deutschland, die Wero bereits im Checkout haben oder erwägen, und jeden Netzbetreiber, Acquirer und Kassenhersteller, der jetzt entscheiden muss, ob er die Bezahlart in seine Software aufnimmt.

Einordnung

Bisher war der Satz "Wero kommt 2026 auch an den Point of Sale" eine Absichtserklärung ohne Absender. Jetzt gibt es einen: ein Zahlungsdienstleister, der Geld verdient, wenn Händler die Bezahlart annehmen, und der als Weg ausdrücklich das nennt, was in den Läden schon steht — Kassensysteme, Kartenterminals, Tap to Pay auf dem Smartphone. Das ist die realistische Variante. Eine europäische Bezahllösung wird nicht dadurch groß, dass Verbraucher eine App lieben, sondern dadurch, dass sie im Bezahlvorgang liegt, den der Händler ohnehin bezahlt.

Für deutsche Händler ändert sich heute trotzdem nichts, und das gehört zur ehrlichen Einordnung. Genannt wird Frankreich, nicht Deutschland; ein Termin für den deutschen POS-Start liegt weiterhin nicht vor, und Konditionen nennt in solchen Ankündigungen ohnehin niemand. Was sich ändert, ist die Frage, die man beim nächsten Terminalvertrag stellen sollte. Wer 2026 einen Vertrag mit 48 Monaten Laufzeit und einem Gerät unterschreibt, das der Anbieter nicht mehr per Software erweitern will, kauft sich in genau die Sackgasse, in der viele Händler beim kontaktlosen Bezahlen schon einmal standen. Die Lehre daraus ist nicht "auf Wero warten", sondern: Erweiterbarkeit ist ein Vertragsmerkmal, kein Marketingversprechen.

Was jetzt zu tun ist

  1. Beim Netzbetreiber oder Acquirer schriftlich abfragen, ob und wann Wero am POS unterstützt wird und ob das eigene Terminal dafür per Software-Update ausreicht oder Hardware getauscht werden muss.
  2. Vor jeder Vertragsverlängerung Laufzeit, Kündigungsfrist und Gerätebindung nebeneinanderlegen. Lange Laufzeit plus nicht erweiterbares Gerät ist die teure Kombination.
  3. Onlinehändler mit deutschem Checkout prüfen, was Wero im eigenen Shop tatsächlich an Transaktionen bringt. Diese Zahl ist später das einzige belastbare Argument in der Preisverhandlung über den POS.

Quellen

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