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Ratgeber PaymentKosten & Gebührenaktualisiert 08.10.2026

Kartenterminal mieten oder kaufen: was die Rechnung über 60 Monate wirklich ergibt

Die Antwort hängt nicht an der Nutzungsdauer, sondern am Anbieter. Bei CCV liegt der Umschlagpunkt des Kaufs heute in jeder der vier angebotenen Mietlaufzeiten hinter dem Vertragsende — bei Nexi hat sich der Kauf nach sieben Monaten bezahlt gemacht. Dazu: was ein Kartenterminal ohne Laufzeit kostet und worauf es beim Gebührenvergleich ankommt, mit Monatsrechnung für Kiosk und Bäckerei.

Die kurze Antwort

Es gibt keine allgemeine Antwort — es gibt eine je Anbieter, und die fällt gegensätzlich aus: Beim CCV Base Next ist die Miete heute in jeder der vier angebotenen Laufzeiten billiger als der Kauf, beim Nexi SmartPOS A77 hat sich der Kauf nach rund sieben Monaten bezahlt gemacht. Wer also die Frage „mieten oder kaufen" stellt, stellt die zweitwichtigste Frage; die wichtigste lautet, welche monatliche Grundgebühr nach dem Kauf weiterläuft.

Bei kleinem Kartenumsatz ist ein gekauftes Gerät ohne Laufzeit und ohne Grundgebühr meist am günstigsten; ab etwa 10.000 Euro Kartenumsatz im Monat entscheidet der Prozentsatz mehr als die Miete (Monatsrechnung für Kiosk und Bäckerei weiter unten). Wer in Österreich sucht: Dort gelten andere Anbieter und Konditionen — dafür gibt es den eigenen Ratgeber Kartenterminal in Österreich mieten oder kaufen.

Kartenterminal mieten oder kaufen — was ist günstiger?

Fangen wir mit der Rechnung an, nicht mit der Theorie. CCV ist einer der wenigen Anbieter, die Miet- und Kaufkonditionen für dieselben Geräte öffentlich hinschreiben. Alle folgenden Zahlen am 22.09.2026 von den CCV-Produktseiten abgerufen.

Die Miete des CCV Base Next ist nach Laufzeit gestaffelt:

Laufzeit Monatsrate Summe über die Laufzeit
24 Monate 24,71 € 593,04 €
36 Monate 21,21 € 763,56 €
48 Monate (von CCV als „Kundenfavorit" markiert) 16,71 € 802,08 €
60 Monate 13,21 € 792,60 €

Schon diese Tabelle allein lohnt den Blick: Die längste Laufzeit hat die niedrigste Monatsrate, aber nicht die niedrigste Summe. Am teuersten ist ausgerechnet die Variante, die CCV selbst als Kundenfavorit hervorhebt — 802,08 Euro gegenüber 593,04 Euro bei 24 Monaten. Die Monatsrate sinkt, die Rechnung steigt.

Dagegen der Kauf: CCV nennt für das Base Next einen Anschaffungspreis von 449 Euro und danach 9,00 Euro im Monat für Service und Support. Die Monatsrate verschwindet beim Kauf also nicht, sie schrumpft nur.

Nutzungsdauer Kauf (449 € + 9,00 €/Monat) Miete zur passenden Laufzeit
24 Monate 665,00 € 593,04 €
36 Monate 773,00 € 763,56 €
48 Monate 881,00 € 802,08 €
60 Monate 989,00 € 792,60 €

Der Kauf verliert in allen vier Zeiträumen. Und es kommt schärfer: Rechnet man aus, ab welchem Monat der Kauf die jeweilige Miete unterbietet, liegt dieser Punkt jedes Mal hinter dem Ende der Mietlaufzeit — bei 28,6 Monaten gegen die 24-Monats-Rate, bei 36,8 gegen die 36er, bei 58,2 gegen die 48er und bei 106,6 Monaten, also knapp neun Jahren, gegen die 60er. Ein Gerät, das sich erst im neunten Jahr rechnet, rechnet sich nicht. Der einmalige Stabilitätszuschlag von 27,50 Euro fällt bei beiden Wegen an und ändert den Vergleich nicht.

Eine Einschränkung, die dazugehört: Dieselbe CCV-Seite widerspricht sich. Im Rechenbeispiel steht das Compact A77 mit „einmaligen Anschaffungs- und Anschlusskosten" von 299 Euro, in der Tabelle darunter mit 762 Euro; im selben Absatz heißt es erst 0,06 Euro je Transaktion und dann wird mit 0,07 Euro gerechnet. Wer solche Zahlen ins eigene Angebot übernimmt, sollte sie schriftlich bestätigen lassen.

Wie unterscheiden sich Kaufen und Mieten?

Nicht im Eigentum am Blech — darin unterscheiden sie sich am wenigsten. Sie unterscheiden sich in vier Punkten, und nur zwei davon stehen im Angebot:

Miete Kauf
Einmalzahlung gering bis keine, plus Stabilitätszuschlag voller Gerätepreis
Monatliche Fixkosten Mietrate, Service meist enthalten Servicepauschale, die weiterläuft — außer sie entfällt ausdrücklich
Austausch bei Defekt beim Anbieter, bei CCV mit Vorabaustausch beworben beim Händler, nach Ablauf der Gewährleistung auf eigene Rechnung
Auslaufende Gerätezulassung Risiko beim Anbieter Risiko beim Händler

Die dritte und vierte Zeile sind der eigentliche Preisunterschied, und sie sind der Grund, warum die Miete bei CCV überhaupt konkurrenzfähig kalkuliert werden kann. Terminals altern nicht nur technisch, sondern regulatorisch: PCI PTS POI v7 löst v6 für neue Gerätezulassungen ab, und bei SoftPOS laufen die alten Standards SPoC und CPoC im Lauf des Jahres 2026 aus. Wer kauft, trägt dieses Risiko selbst — REA Card gewährt beim Kauf ausweislich seiner Vertragspartnerbedingungen zwölf Monate Gewährleistung, danach ist es Sache des Händlers.

EC-Gerät kaufen oder mieten — bei Nexi kippt die Antwort

Genau dieselbe Frage, derselbe Markt, umgekehrtes Ergebnis. Nexi bietet das mobile SmartPOS A77 im „Pay-as-you-Go-Paket" für einmalig 99 Euro an, ausdrücklich „ohne Einrichtungsgebühr, ohne Transaktionsgebühren", mit einem Disagio von 1,19 Prozent. Zur Miete stehen Geräte ab 15 Euro monatlich zur Verfügung, mit einem Disagio ab 1,19 Prozent; die Bereitstellung kostet laut Aktionsfußnote derzeit 1 Euro (Aktionszeitraum inzwischen bis 31.10.2026 verlängert, zuletzt abgerufen am 01.10.2026).

Der Prozentsatz ist in beiden Wegen derselbe. Damit ist die Rechnung trivial: Der Kauf kostet 98 Euro mehr am Anfang und 15 Euro weniger im Monat. Ab dem siebten Monat ist der Kauf billiger, über vier Jahre gerechnet stehen 99 Euro gegen 721 Euro — eine Differenz von 622 Euro für identische Hardware.

Trotzdem empfiehlt Nexi das Kaufpaket nur „für Händler mit geringem Kartenumsatz (bis ca. 2.000 Euro monatlich). Bei höherem Umsatz rechnet sich in der Regel die Mietvariante." Mit den veröffentlichten Zahlen lässt sich dieser Satz nicht nachvollziehen: Wenn das Disagio in beiden Fällen 1,19 Prozent beträgt, macht mehr Umsatz die Miete nicht günstiger, sondern nur beide Wege teurer. Nachvollziehbar wäre er nur, wenn Mietkunden eine niedrigere Umsatzstufe bekommen — die Fußnote verweist auf eine „vertraglich vereinbarte Umsatzstufe", veröffentlicht sind diese Stufen aber nicht. Und eine Vertragslaufzeit nennt die Terminalseite überhaupt nicht; sie spricht nur von „flexiblen Vertragslaufzeiten". Erst die Aktionsseite nennt für die Miete 48 Monate (abgerufen am 01.10.2026) — für das Kaufpaket fehlt die Angabe weiterhin. Beides ist genau die Frage, die man vor der Unterschrift schriftlich stellen sollte.

Was die Fixkosten bei kleinen Bons anrichten

Terminalmiete und Servicepauschale sind Fixkosten und wirken deshalb wie ein zweites Disagio, das mit sinkendem Umsatz steigt. Eine Bäckerei mit 1.500 Kartenzahlungen im Monat bei einem Durchschnittsbon von 6,80 Euro macht 10.200 Euro Kartenumsatz; die 16,71 Euro der 48-Monats-Miete sind darauf 0,16 Prozent. Ein Kiosk mit 300 Kartenzahlungen bei demselben Bonwert kommt auf 2.040 Euro — dieselbe Miete sind dort 0,82 Prozent und damit mehr als das Vierfache des girocard-Autorisierungsentgelts, das CCV mit 0,18 Prozent angibt (am 22.09.2026 auf der CCV-Kostenseite geprüft). Bei niedrigem Kartenumsatz gewinnt deshalb regelmäßig das Modell ohne Fixkosten, selbst wenn sein Prozentsatz hoch aussieht.

Für ein mobiles Gerät nennt CCV zusätzlich rund 5 Euro monatlich für die optionale SIM-Karte. Bei 2.040 Euro Kartenumsatz sind das weitere 0,25 Prozentpunkte — eine Position, die in keiner Werbeaussage vorkommt und den Kiosk mehr kostet als sein gesamtes Autorisierungsentgelt.

Kartenterminal ohne Vertrag: geht das?

Ohne Vertrag nicht. Wer Karten annimmt, schließt immer einen Akzeptanzvertrag, auch wenn er online in fünf Minuten geklickt ist. Was es gibt, ist das Modell ohne Laufzeit und ohne Grundgebühr: Gerät einmal kaufen, nur pro Zahlung bezahlen, jederzeit aufhören. SumUp ist das bekannteste Beispiel. Die Lesegeräte kosten 34 Euro (Solo Lite), 79 Euro (Solo) oder 169 Euro (Terminal), jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer; je Zahlung fallen 1,39 Prozent an, eine monatliche Mindestumsatzgrenze gibt es nicht, und SumUp schreibt wörtlich, man könne „jederzeit kündigen" (beide SumUp-Seiten abgerufen am 01.10.2026). Wer mehr Umsatz hat, kann das Abo „Zahlungen Plus" für 19 Euro im Monat dazubuchen und zahlt dann 0,79 Prozent auf inländische Karten.

Das Nexi-Kaufpaket für 99 Euro gehört in dieselbe Familie, weil keine Grundgebühr läuft; eine Vertragslaufzeit nennt die Nexi-Seite allerdings nicht. Genau darauf kommt es bei „ohne Vertrag" an: Nicht das Wort im Werbetext zählt, sondern die Kündigungsfrist in den Bedingungen.

So sieht die Monatsrechnung aus, wenn man die heute veröffentlichten Konditionen auf zwei typische Betriebe legt — einen Kiosk mit 300 und eine Bäckerei mit 1.500 Kartenzahlungen bei 6,80 Euro Durchschnittsbon:

Modell (Konditionen laut Anbieterseite) Kiosk: 2.040 € Kartenumsatz Bäckerei: 10.200 € Kartenumsatz
SumUp, Gerät gekauft, 1,39 % 28,36 € 141,78 €
SumUp mit Zahlungen Plus, 19 € + 0,79 % 35,12 € 99,58 €
Nexi Kaufpaket, 99 € einmalig, 1,19 % 24,28 € 121,38 €
Nexi Miete, ab 15 € + ab 1,19 % 39,28 € 136,38 €
CCV Base Next Miete 48 Monate, 16,71 € + 0,06 € je Zahlung + 0,18 % girocard 38,38 € 125,07 €

Das ist eine Modellrechnung mit frei gewählten Betrieben, keine Messung. Annahmen: Alle Zahlungen laufen mit girocard oder inländischer Debitkarte, Einmalkosten für das Gerät sind nicht enthalten, bei Nexis Miete sind die „ab"-Werte eingesetzt, obwohl die tatsächliche Stufe vom vereinbarten Umsatz abhängt. CCV-Miete und 0,06 Euro je Debitzahlung am 01.10.2026 geprüft, das girocard-Entgelt von 0,18 Prozent am 22.09.2026.

Zwei Dinge fallen auf. Beim Kiosk gewinnt das Modell ohne Grundgebühr, und die Miete ist das teuerste, was man machen kann. Bei der Bäckerei dreht sich das Bild: Dort entscheidet der Prozentsatz, und das Abo mit 19 Euro Grundgebühr wird zum günstigsten Weg — der Fixbetrag ist bei 10.200 Euro Umsatz kaum noch spürbar. Die Schwelle, ab der sich Zahlungen Plus gegenüber dem SumUp-Standardtarif lohnt, liegt bei 3.167 Euro Kartenumsatz im Monat (19 Euro geteilt durch 0,6 Prozentpunkte).

Was kostet ein EC-Kartenlesegerät?

Das Gerät selbst kostet heute zwischen knapp 30 und rund 450 Euro netto, zur Miete 13 bis 25 Euro im Monat. Der Gerätepreis ist dabei fast nie die größte Position — über ein Jahr kosten die Prozentsätze auf den Umsatz meist ein Vielfaches davon.

Gerät (Anbieter) Kaufpreis netto Laufende Kosten laut Anbieter Stand
PayPal Reader (Zettle) ab 29 € für berechtigte Neukunden, jedes weitere Gerät 79 € keine Monatsgebühr, 1,39 % je Zahlung mit vorgelegter Karte 08.10.2026
SumUp Solo Lite / Solo / Terminal 34 € / 79 € / 169 € keine Grundgebühr, 1,39 % je Zahlung 01.10.2026
Nexi SmartPOS A77, Kaufpaket 99 € einmalig (Aktion bis 31.10.2026) keine Grundgebühr, 1,19 % Disagio 01.10.2026
CCV Base Next, Kauf 449 € 9,00 € Service im Monat plus Entgelte je Zahlung 22.09.2026
CCV Base Next, Miete — 13,21 € (60 Monate) bis 24,71 € (24 Monate) im Monat 22.09.2026

Für die Einordnung eine Jahresrechnung mit der Bäckerei von oben, 10.200 Euro Kartenumsatz im Monat: Bei 1,39 Prozent fallen im Jahr 1.701,36 Euro Transaktionsgebühren an. Ob das Lesegerät dazu 29 oder 169 Euro gekostet hat, verschiebt die Gesamtrechnung um weniger als zehn Prozent. Beim Kiosk mit 2.040 Euro Kartenumsatz sieht es anders aus: 340,27 Euro Gebühren im Jahr, da ist ein Gerätepreis von 169 Euro schon die Hälfte davon — und 449 Euro wären mehr als die Gebühren eines ganzen Jahres.

Zwei Fragen gehören vor jeden Gerätekauf. Erstens: Nimmt das Gerät die girocard über das girocard-System an, oder nur Debitkarten der Kartenorganisationen? In der Zahlartenliste von Zettle, die ich am 06.10.2026 geprüft habe, stand girocard nicht; bei Kunden, die mit girocard zahlen wollen, ist das keine Nebensache — der Unterschied steht in girocard oder Debit Mastercard/Visa Debit. Zweitens: Gilt der Einstiegspreis für mich? PayPal knüpft die 29 Euro ausdrücklich an berechtigte Neukunden; wer schon ein Gerät hat, zahlt 79 Euro.

Was kostet das virtuelle Terminal bei PayPal?

Für eTerminal-Zahlungen nennt PayPal auf der deutschen Gebührenseite 3,39 Prozent plus 0,39 Euro je Zahlung; das ist der teuerste Kartensatz auf der ganzen Seite (Seite zuletzt aktualisiert am 7. September 2026, von mir abgerufen am 08.10.2026). Eine monatliche Gebühr für das eTerminal führt die Seite nicht auf.

Ein virtuelles Terminal ist kein Gerät, sondern eine Eingabemaske im Browser: Der Händler tippt die Kartendaten ein, die ihm der Kunde am Telefon oder per Post durchgegeben hat. Genau das macht es teuer — und riskant. Der Vergleich mit den anderen Wegen, die PayPal auf derselben Seite bepreist:

Weg (PayPal-Gebührenseite DE) Satz 50 € Bon 150 € Bon 400 € Bon
eTerminal-Zahlung 3,39 % + 0,39 € 2,09 € (4,2 %) 5,48 € (3,7 %) 13,95 € (3,5 %)
Zahlungslink, Standard-Karte 2,99 % + 0,39 € 1,89 € (3,8 %) 4,88 € (3,3 %) 12,35 € (3,1 %)
Point of Sale, manuelle Karteneingabe („sofern der Service verfügbar ist") 2,9 % + 0,35 € 1,80 € (3,6 %) 4,70 € (3,1 %) 11,95 € (3,0 %)
Point of Sale, Karte liegt vor 1,39 % 0,70 € (1,4 %) 2,09 € (1,4 %) 5,56 € (1,4 %)

Gerundete Werte, eigene Rechnung auf Basis der Gebührenseite. Die Tabelle zeigt zweierlei. Der feste Anteil von 0,39 Euro macht kleine Beträge überproportional teuer: Bei 50 Euro landet das eTerminal effektiv über vier Prozent. Und wer den Kunden die Kartendaten selbst eingeben lässt, etwa über einen Zahlungslink, zahlt bei PayPal 0,4 Prozentpunkte weniger als beim eigenen Abtippen.

Der Preis ist nicht der einzige Grund, das Abtippen zu meiden. Bei einer eingetippten Karte gibt es keine Kundenauthentifizierung durch den Karteninhaber; bestreitet er die Zahlung später, trägt in aller Regel der Händler den Schaden. Wie Rückbelastungen ablaufen und welche Fristen gelten, steht in Chargebacks bei Karte und Lastschrift, warum Zahlungslinks mit 3-D Secure anders behandelt werden, in 3DS und SCA-Ausnahmen. Das virtuelle Terminal ist ein Werkzeug für Ausnahmen — Telefonbestellung beim Stammkunden, Nachbelastung im Hotel —, kein Ersatz für ein Kartenlesegerät.

Kartenterminal-Vergleich: worauf bei den Gebühren achten?

Ein Vergleich, der nur die Monatsrate oder nur das Disagio nebeneinanderstellt, ist keiner. Diese sieben Positionen gehören auf denselben Zettel, bevor man unterschreibt:

Position Typische Form Die Frage an den Anbieter
Gerät Kaufpreis oder Monatsmiete Was kostet es über die Zeit, die ich es nutze?
Service nach dem Kauf Monatspauschale oder „entfällt" Läuft nach dem Kauf noch eine Gebühr weiter?
Disagio / Prozentsatz je Kartenart verschieden Welcher Satz gilt für girocard, Debit, Kredit, Firmenkarten?
Transaktionsentgelt Cent-Betrag je Zahlung Kommt ein fester Betrag pro Buchung dazu?
Einmalkosten Einrichtung, Stabilitätszuschlag, Bereitstellung Was zahle ich am ersten Tag?
Mobilfunk SIM-Karte bei mobilen Geräten Ist die Datenverbindung im Preis?
Laufzeit 0 bis 60 Monate, automatische Verlängerung Wie lange bin ich gebunden, und mit welcher Frist komme ich raus?

Die ersten sechs Zeilen ergeben den Monatspreis, die siebte entscheidet, wie lange man ihn zahlt. Welche Kartenarten welchen Prozentsatz auslösen, steht ausführlich in Kreditkarten annehmen: was kostet das.

Was die Miete tatsächlich kauft

Nicht Hardware, sondern Risikoübernahme. CCV bewirbt beim Mietmodell Fullservice bei Defekten und einen integrierten Vorabaustausch; das ist der Gegenwert, und nach der Rechnung oben ist er derzeit fair bepreist. Wer beim Kauf spart, spart an dieser Zusage, nicht am Gerät. Die ehrliche Formulierung lautet deshalb nicht „Miete ist teurer", sondern: In der Miete steckt ein Servicevertrag, den man beim Kauf separat einkaufen oder selbst tragen muss.

Der Haken, der teurer ist als das Gerät

Terminalvertrag und Netzbetriebsvertrag sind zwei Ebenen, und der Kauf betrifft nur die erste. Die Zahlen aus den öffentlich abrufbaren Vertragswerken:

  • VR Payment, Geschäftsbedingungen Terminalüberlassung und Netzbetrieb, Ziffer 11.1: Mindestlaufzeit 48 Monate ab Freischaltung, automatische Verlängerung um je ein Jahr, Kündigungsfrist drei Monate.
  • REA Card, Vertragspartnerbedingungen Stand 04/2025: 60 Monate Erstlaufzeit, Verlängerung um je zwölf Monate, drei Monate Kündigungsfrist. Das dokumentierte Kaufmodell läuft über dieselben 60 Monate — der Kauf verkürzt hier gar nichts. Dazu zwei Positionen, die man kennen sollte, bevor man unterschreibt: 500 Euro Pauschale bei verweigerter Installation und 50 Prozent der Restforderung bei außerordentlicher Kündigung wegen Zahlungsverzugs.
  • CCV: Mietverträge laufen je nach gewähltem Modell 24, 36, 48 oder 60 Monate, verlängern sich automatisch und haben nach Ablauf drei Monate Kündigungsfrist (Stand 22.09.2026). Die früher online abschließbare Zwölf-Monats-Variante findet sich auf der Mietseite nicht mehr — der flexibelste Vertrag im klassischen Lager ist damit verschwunden.

Warum vier- und fünfjährige Bindungen überhaupt zulässig sind: § 309 Nr. 9 BGB, der Laufzeiten in Formularverträgen auf zwei Jahre begrenzt, gilt nach § 310 Abs. 1 BGB nicht gegenüber Unternehmern. Als Händler steht man also nicht unter dem Verbraucherschutz, den man aus dem Fitnessstudio-Vertrag kennt. Geprüft wird nur die allgemeine Angemessenheit nach § 307 BGB — das ist eine deutlich schwächere Schranke.

Steuerlich ist der Kauf einfacher, als er wirkt

Geringwertige Wirtschaftsgüter dürfen nach § 6 Abs. 2 EStG im Jahr der Anschaffung vollständig abgeschrieben werden; die Grenze liegt bei 800 Euro netto. Die oben genannten Kaufpreise von 99 bis 762 Euro liegen sämtlich darunter. Der Kaufpreis ist damit keine über Jahre laufende Abschreibung, sondern im Anschaffungsjahr voll Betriebsausgabe. Das ist eine allgemeine Regel, keine Beratung für den Einzelfall — die Zuordnung im konkreten Abschluss macht die Steuerberatung.

Was jetzt zu tun ist

  1. Die Frage anders stellen. Nicht „mieten oder kaufen", sondern: Was kostet dieses Gerät bei diesem Anbieter über die Zeit, die ich es nutze — einmal so und einmal so?
  2. Nach der Servicepauschale beim Kauf fragen, schriftlich, mit Betrag oder dem Wort „entfällt". Sie entscheidet den Vergleich, nicht der Gerätepreis. Bei CCV sind es 7,00 bis 9,00 Euro im Monat, bei Nexis Kaufpaket null.
  3. Die Mietrate mit der Laufzeit multiplizieren, bevor man die niedrigste Monatsrate wählt. Die längste Laufzeit ist bei CCV nicht die billigste Summe.
  4. Beide Laufzeiten getrennt abfragen: die des Terminals und die des Akzeptanz- beziehungsweise Netzbetriebsvertrags. Nur die zweite bindet wirklich — und wenn eine Anbieterseite gar keine Laufzeit nennt, ist das die erste Frage im Gespräch.
  5. Austausch- und Zertifizierungsfrage klären: Wer tauscht bei Defekt, in welcher Frist, und wer zahlt, wenn die Gerätezulassung ausläuft?
  6. Fixkosten in Prozent des eigenen Kartenumsatzes umrechnen und mit dem Disagio zusammen betrachten. Erst diese Summe ist der Preis — nachzurechnen mit den Bausteinen der Kartenzahlungsgebühren.
  7. Bei kleinem Kartenumsatz das Modell ohne Grundgebühr mitrechnen — und bei „ohne Vertrag" in den Bedingungen nach der Kündigungsfrist suchen, nicht im Werbetext.
  8. Vor der Unterschrift die Kündigungsfristen notieren, nicht danach. Wie man aus einem laufenden Vertrag wieder herauskommt, steht in Netzbetreibervertrag kündigen.

Häufige Fragen

EC-Gerät kaufen oder mieten bei kleinem Kartenumsatz?

Bei kleinem Kartenumsatz gewinnt fast immer das Modell ohne monatliche Fixkosten. Eine Terminalmiete von 16,71 Euro entspricht bei 2.040 Euro monatlichem Kartenumsatz 0,82 Prozent — mehr als das Vierfache des girocard-Autorisierungsentgelts von 0,18 Prozent (CCV, geprüft am 22.09.2026).

Gibt es ein Kartenterminal ohne Vertrag?

Ohne Vertrag nicht — jede Kartenakzeptanz braucht einen Akzeptanzvertrag. Ohne Laufzeit und ohne Grundgebühr aber schon: SumUp verkauft Lesegeräte ab 34 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer, berechnet 1,39 Prozent je Zahlung und schreibt, man könne jederzeit kündigen (Stand 01.10.2026).

Quellen

Redaktion: KI-gestützt recherchiert und vorformuliert; Auswahl, Einordnung und Zitat prüft und verantwortet Pedram Dadgar. Korrekturen werden mit Datum vermerkt. Mehr zur Arbeitsweise

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