KI-Einkauf: 93 Prozent wollen den Stopp-Knopf, 51 Prozent wollen auf Rechnung zahlen
Eine Appinio-Umfrage im Auftrag von Riverty und Adyen unter 1.000 Verbrauchern zeigt: 49 Prozent erwarten, dass KI-Assistenten in fünf Jahren einen Großteil ihrer Alltagseinkäufe übernehmen, 93 Prozent wollen KI-Käufe jederzeit einsehen oder stoppen können. Das Vertrauen beim Budget sinkt: Nur noch 39 Prozent würden einer KI 51 Euro und mehr im Monat anvertrauen, im Dezember 2025 waren es 50 Prozent.
Was ist passiert
Riverty und Adyen haben am 24. September 2026 eine Verbraucherumfrage zum Einkauf über KI-Agenten veröffentlicht. Das Institut Appinio hat dafür vom 14. bis 17. August 2026 1.000 Menschen in Deutschland befragt. 49 Prozent erwarten, dass KI-Assistenten in den nächsten fünf Jahren einen Großteil ihrer alltäglichen Einkäufe übernehmen, 67 Prozent sagen, sie verstünden das Prinzip. 93 Prozent wollen Kaufentscheidungen einer KI jederzeit einsehen oder stoppen können. Kauft die KI selbst, bevorzugen 51 Prozent die Rechnung als Zahlart. Ein monatliches Budget von 51 Euro und mehr würden 39 Prozent einer KI überlassen, in der ersten Befragung im Dezember 2025 waren es noch 50 Prozent. Wichtig für die Einordnung: Riverty ist selbst Anbieter von Rechnungskauf, die Studie ist also eine Anbieterstudie.
Wen es trifft
Online-Händler, die über Agenten-Kanäle wie Shopify mit Meta Muse oder ChatGPT-Checkouts nachdenken, und alle, die Rechnungs- oder Ratenkauf anbieten. Dazu Zahlungsanbieter, die an agentischen Zahlverfahren bauen.
Einordnung
Die Zahl, die zählt, ist nicht die 49, sondern die 93. Verbraucher sind neugierig auf den Einkaufsagenten, aber sie trauen ihm weniger Geld an als noch vor neun Monaten. Das ist kein Rückschlag, das ist Realismus: Je konkreter das Thema wird, desto genauer fragen Menschen, wer haftet, wenn der Agent danebengreift. Dazu habe ich im Kommentar zur Haftung beim agentischen Bezahlen ausführlich Stellung genommen.
Dass die Hälfte im Agentenfall auf Rechnung zahlen will, überrascht nicht, schließlich fragt ein Rechnungsanbieter. Für Händler ist der Befund trotzdem ernst: Rechnungskauf verlagert das Ausfall- und Betrugsrisiko nach hinten, und genau dort steigen gerade die Anforderungen. Ab dem 20. November 2026 gilt das neue Verbraucherkreditrecht, das erstmals auch Buy-now-pay-later-Modelle erfasst. Wer Agentenkäufe auf Rechnung zulässt, sollte also wissen, wer das Risiko trägt: er selbst oder sein Zahlungsanbieter.
Was jetzt zu tun ist
- Bei Rechnungs- und Ratenanbietern schriftlich klären, ob Käufe über KI-Agenten abgedeckt sind und wer bei Streit um eine Agentenbestellung haftet.
- Einen einfachen Stopp- und Stornoweg für Agentenbestellungen einplanen, die Umfrage zeigt, dass Kunden ihn erwarten.
- Vor dem 20. November mit dem BNPL-Partner prüfen, was sich durch das neue Verbraucherkreditrecht im Checkout ändert.
Quellen
- Riverty/Adyen via presseportal: Agentic Commerce: Hälfte der Deutschen hält es für wahrscheinlich, dass KI bald einen Großteil ihrer Einkäufe übernimmt (24.09.2026)
- retail-news: Deutsche wollen KI beim Shopping nutzen – aber die Kontrolle behalten (24.09.2026)
- PwC Legal: Umsetzung der Verbraucherkreditrichtlinie (EU) 2023/2225