Erzeugerpreise springen im September auf +6,7 Prozent — Energie treibt, Strom und Gas ziehen mit
Die Erzeugerpreise lagen im September 2026 um 6,7 Prozent über dem Vorjahr, der stärkste Anstieg seit März 2023. Energie kostete 14,9 Prozent mehr.
Was Destatis am 20. Oktober gemeldet hat
Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte lagen im September 2026 um 6,7 Prozent über dem Vorjahresmonat — der stärkste Anstieg gegenüber dem Vorjahr seit März 2023 (+7,5 Prozent). Das meldete das Statistische Bundesamt am 20. Oktober (Pressemitteilung Nr. 373). Gegenüber August stiegen die Preise um 1,9 Prozent. Treiber war erneut die Energie: Sie kostete 14,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und allein 5,8 Prozent mehr als im August. Mineralölerzeugnisse lagen 51,3 Prozent über dem Vorjahr, Erdgas in der Verteilung über alle Abnehmergruppen 15,0 Prozent, Strom 8,2 Prozent. Nur die Fernwärme war mit minus 0,5 Prozent günstiger. Ohne Energie betrug der Anstieg 3,2 Prozent. Woraus sich ein Energiepreis für Betriebe überhaupt zusammensetzt, erklärt der Ratgeber zu den Bestandteilen des Gewerbestrompreises.
Wen die Erzeugerpreise zuerst erreichen
Erzeugerpreise messen, was Hersteller für ihre im Inland verkauften Produkte verlangen — sie stehen am Anfang der Kette, nicht am Ende. Zuerst trifft es energieintensive Betriebe, die Strom, Gas und Mineralölprodukte als Vorleistung einkaufen. Über ihre Kalkulation wandert der Anstieg mit Verzögerung in Großhandels- und Verbraucherpreise und damit zu Vermietern, die Betriebskosten umlegen, und zu Haushalten, die ihre Jahresabrechnung erhalten. Der Sprung bei Mineralöl schlägt am schnellsten durch — bei Diesel, Heizöl und allem, was transportiert wird.
Warum diese Zahl die Heizkostenabrechnung 2027 vorzeichnet
Wer wissen will, wohin die Energiekosten laufen, schaut nicht auf die Schlagzeile zur Verbraucherinflation, sondern auf die Stufe davor. Hier entsteht der Preis, der erst Monate später an der Zählersteckdose und in der Nebenkostenabrechnung ankommt. Ein Energie-Plus von 14,9 Prozent auf der Herstellerstufe ist deshalb keine Momentaufnahme, sondern ein Vorlauf für die Rechnungen des kommenden Jahres.
In Wärmeprojekten sehe ich seit 2021, dass die Brennstoffbeschaffung die Kalkulation dominiert, nicht die Marge. Dieselbe Mechanik zeigt diese Statistik im Großen: Solange Mineralöl über 50 Prozent und Erdgas 15 Prozent über Vorjahr liegen, ist jede Planung mit konstanten Energiekosten für 2027 zu optimistisch. Dass die Fernwärme als einziger Posten leicht sank, ist die eigentliche Nachricht für Eigentümer — sie zeigt, dass Versorgungsformen mit langfristiger Beschaffung die Spitzen glätten.
Was jetzt zu tun ist
- Für 2027 nicht mit den aktuellen, sondern mit gestiegenen Energiekosten kalkulieren — der September-Wert ist der Vorlauf, nicht die Ausnahme.
- Bei Gas- und Strombezug die Laufzeit und den Beschaffungszeitpunkt prüfen, statt nur die Werbezahl im Vergleich zu nehmen.
- Den CO₂-Preis 2027 und die neuen Netzentgelte mitdenken und die Wärmekosten je Kilowattstunde als gemeinsamen Vergleichsmaßstab nehmen.
Quellen
Redaktion: KI-gestützt recherchiert und vorformuliert; Auswahl, Einordnung und Zitat prüft und verantwortet Pedram Dadgar. Korrekturen werden mit Datum vermerkt. Mehr zur Arbeitsweise