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MeldungEnergiekosten & Finanzierung

Neukundentarife 2026: Strom 18, Gas fast 40 Prozent teurer als im Januar — die Grundversorgung läuft gegenläufig

Neukundentarife sind 2026 laut GET-Auswertung stark gestiegen: Strom +18,4 Prozent, Gas +39,4 Prozent seit Januar. Die Grundversorgung entwickelt sich gegenläufig.

Was die GET-Auswertung für die ZfK zeigt

Der IT-Dienstleister GET hat für die Fachzeitschrift ZfK die Tarifentwicklung 2026 ausgewertet, veröffentlicht am 16. Oktober. Neukundentarife für Strom kosten im Oktober im bundesweiten Schnitt 30,25 Cent je Kilowattstunde — 18,4 Prozent mehr als am 1. Januar. Bei Gas sind es 12,17 Cent, ein Plus von 39,4 Prozent. Grundlage ist ein Musterhaushalt mit 4.000 Kilowattstunden Strom beziehungsweise 20.000 Kilowattstunden Gas, jeweils brutto. Gegenläufig die Grundversorgung: Strom dort rund 8 Prozent günstiger (39,61 Cent), Gas fast unverändert (13,43 Cent, minus 0,3 Prozent). GET führt den Anstieg bei den Neukundentarifen auf höhere Beschaffungskosten zurück, die in diesem Segment schneller durchschlagen; beim Gas stieg der Arbeitspreis um gut 34 Prozent, während der Grundpreis leicht sank. Woraus sich ein Gewerbepreis zusammensetzt, erklärt der Ratgeber zu den Bestandteilen des Gewerbestrompreises.

Wen die teureren Neukundentarife treffen

Betroffen sind vor allem Haushalte, Vermieter und Betriebe, die gerade jetzt wechseln oder nach einer Kündigung in einen neuen Vertrag müssen — besonders beim Gas. Wer dagegen in der Grundversorgung sitzt, zahlt absolut weiter am meisten, spürt aber zumindest eine kleine Entlastung. Die Zeiten, in denen der günstigste Tarif fast immer ein Neukundentarif war, sind damit für 2026 vorbei.

Warum der Wechsel nicht mehr automatisch spart

Der Wechsel galt jahrelang als sicherer Spartrick — 2026 ist das nicht mehr selbstverständlich. Neukundentarife bilden die Beschaffung an den Großhandelsmärkten fast in Echtzeit ab, die Grundversorgung folgt beiden Richtungen träge. Wer in einem teuren Beschaffungsmonat wechselt, friert diesen Preis für die Laufzeit ein.

In Wärmeprojekten sehe ich seit 2021, dass die Brennstoff- und Strombeschaffung die Kalkulation dominiert, nicht die Marge des Anbieters. Dieselbe Logik gilt am Haushalts- und Gewerbezähler: Nicht der Wechsel an sich spart, sondern der richtige Zeitpunkt und die Laufzeit. Gerade beim Gas, wo der Arbeitspreis den ganzen Anstieg trägt, lohnt der Blick auf die Aufteilung zwischen Arbeits- und Grundpreis mehr als die Werbezahl im Vergleichsportal.

Was jetzt zu tun ist

  1. Vor jedem Wechsel den neuen Neukundentarif gegen den eigenen Bestands- oder Grundversorgungstarif durchrechnen, nicht automatisch wechseln.
  2. Beim Gas auf die Aufteilung zwischen Arbeits- und Grundpreis achten — der Arbeitspreis trägt 2026 den Anstieg.
  3. Netzentgelte und den CO₂-Preis 2027 mitdenken und die Wärmekosten je Kilowattstunde als gemeinsamen Vergleichsmaßstab nehmen.

Quellen

Redaktion: KI-gestützt recherchiert und vorformuliert; Auswahl, Einordnung und Zitat prüft und verantwortet Pedram Dadgar. Korrekturen werden mit Datum vermerkt. Mehr zur Arbeitsweise

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