Netzentgelte 2027: Gas wird gut 1 Prozent teurer, Strom in der Niederspannung etwas günstiger
Laut ene't steigen die vorläufigen Gasnetzentgelte 2027 um gut 1 Prozent, Strom sinkt in der Niederspannung leicht. In der Mittelspannung: +3,5 Prozent.
Was die ersten Preisblätter für 2027 zeigen
Der Datendienstleister ene't hat am 8. Oktober 2026 die ersten vorläufigen Netzentgelte für 2027 ausgewertet. Beim Gas liegen Preisblätter von 46 Verteilnetzbetreibern vor, die rund 42,9 Prozent der versorgten Fläche abdecken: Ein Haushalt mit 20.000 Kilowattstunden zahlt im Schnitt 603,47 Euro fürs Netz, 1,2 Prozent mehr als 2026, Gewerbefälle liegen bei plus 1,3 bis 1,4 Prozent. Beim Strom decken zwölf Netzbetreiber 56,6 Prozent der Fläche ab. Haushalte mit 4.000 Kilowattstunden zahlen 354,39 Euro, ein Prozent weniger, Gewerbe mit 40.000 Kilowattstunden in der Niederspannung 1,6 Prozent weniger. In der Mittelspannung steigen die Netzkosten dagegen um 3,5 Prozent. Wie sich Netzkosten im Wärmepreis je Kilowattstunde niederschlagen, zeigt der Ratgeber zu den Wärmekosten pro Kilowattstunde.
Welche Betriebe und Vermieter mehr zahlen
Mehr zahlen alle Gaskunden, vom Mehrfamilienhaus mit Gaszentralheizung bis zum Betrieb mit fünf Millionen Kilowattstunden. Beim Strom trifft es vor allem größere Abnehmer in der Mittelspannung, etwa Hotels, Kühlhäuser oder produzierende Betriebe mit Leistungsmessung. Die Spanne zwischen den Netzgebieten ist groß: Beim Gas liegen zwischen teuerstem und günstigstem Netz mehr als 676 Euro im Jahr, die Thüga Energienetze erhöhen um 12,1 Prozent.
Warum die Entwarnung beim Strom noch wackelt
Ein Prozent weniger Netzentgelt klingt nach Entlastung, ist aber zweifach vorläufig. Die Preisblätter können sich bis zum Jahreswechsel ändern, und die Übertragungsnetzentgelte steigen trotz Bundeszuschuss von 2,86 auf 3,54 Cent je Kilowattstunde. Das Gesetz für den Zuschuss von 5,525 Milliarden Euro ist laut ene't noch nicht verabschiedet. Fehlt bis zum 7. Dezember Rechtssicherheit, dürften die endgültigen Entgelte deutlich höher ausfallen.
Seit 2021 sehe ich bei Wärmeprojekten, dass Netzentgelte in der Kalkulation oft als feste Größe behandelt werden. Sie sind aber ein Preisbestandteil, der jedes Jahr neu kommt, und ob eine Senkung beim Kunden ankommt, entscheidet der Lieferant. ene't weist selbst darauf hin, dass die Entlastung nur wirkt, wenn die Vertriebe sie weitergeben.
Was jetzt zu tun ist
- Im Netzgebiet des eigenen Standorts das vorläufige Preisblatt 2027 nachsehen, Spannungsebene beachten.
- Bei der nächsten Preismitteilung des Lieferanten prüfen, ob eine Netzentgeltsenkung weitergegeben wird.
- Den 7. Dezember vormerken: Erst dann ist klar, ob der Bundeszuschuss die Übertragungsnetzentgelte deckelt.
Quellen
Redaktion: KI-gestützt recherchiert und vorformuliert; Auswahl, Einordnung und Zitat prüft und verantwortet Pedram Dadgar. Korrekturen werden mit Datum vermerkt. Mehr zur Arbeitsweise