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Wero, Bizum und Co. gründen das European Network for Payments — Händler kommen erst in Phase zwei

Bancomat, Bizum, EPI/Wero, SIBS-MB WAY und Vipps MobilePay haben am 30. September 2026 eine gemeinsame Gesellschaft mit Sitz in Madrid gegründet, die ihre Bezahllösungen grenzüberschreitend verbinden soll. Zusammen kommen die fünf auf rund 130 Millionen Nutzer in 13 Ländern. Den Anfang machen Zahlungen zwischen Privatpersonen, E-Commerce und Ladenkasse folgen später, ohne Termin.

Was ist passiert

Die fünf europäischen Bezahllösungen Bancomat (Italien), Bizum (Spanien), EPI mit Wero, SIBS mit MB WAY (Portugal) und Vipps MobilePay (Nordeuropa) haben am 30. September 2026 das „European Network for Payments“ gegründet. Die Gesellschaft sitzt in Madrid, die fünf Gründer halten gleiche Anteile. Sie soll den gemeinsamen Interoperabilitäts-Hub betreiben, den die Partner schon in ihrer Absichtserklärung vom Februar 2026 angekündigt hatten, auf Basis europäischer Standards einschließlich Echtzeitzahlungen von Konto zu Konto. Laut EPI erreichen die Lösungen zusammen rund 130 Millionen Nutzer in 13 Ländern, mehr als 70 Prozent der Bevölkerung von EU und Norwegen. Gestartet wird mit grenzüberschreitenden Zahlungen zwischen Privatpersonen; E-Commerce und Zahlungen im Geschäft sollen in späteren Phasen folgen.

Wen es trifft

Händler mit Kundschaft aus Südeuropa und Skandinavien, also Tourismus, Gastronomie in Grenz- und Urlaubsregionen und Onlineshops mit Versand ins EU-Ausland. Außerdem Netzbetreiber und Acquirer, die Wero bereits ins Terminal bringen wollen und jetzt wissen müssen, ob dahinter bald vier weitere Verfahren stehen.

Einordnung

Vor zehn Tagen habe ich im Kommentar zu Wero geschrieben, dass EPI vom Händler eine Entscheidung verlangt, ohne ihm einen Preis zu nennen. Daran ändert die Gründung nichts. Sie ändert aber die Größe des Arguments: Aus einem deutsch-französisch-belgischen Verfahren wird eine Brücke zu Spanien, Italien, Portugal und dem Norden. Wenn das an der Kasse ankommt, hat Europa ein Konto-zu-Konto-Netz, das auch auf Reisen funktioniert, und genau dort sind die Kartensysteme heute ohne Alternative.

Das „wenn“ ist allerdings groß. Die Reihenfolge ist klar benannt: erst Privatpersonen untereinander, dann Online, dann Laden. Einen Termin für den Handel gibt es nicht, und Wero selbst kommt in Deutschland erst 2027 breit an die Ladenkasse. Für die Terminalplanung ist das Netzwerk deshalb heute ein Hinweis, kein Grund zum Handeln.

Was jetzt zu tun ist

  1. Beim Netzbetreiber fragen, ob die eingesetzten Terminals Wero technisch unterstützen können, und ob das per Update geht oder ein Gerätetausch nötig wäre.
  2. Keine Verträge mit langer Laufzeit abschließen, die neue Zahlarten ausschließen oder nur gegen Aufpreis zulassen.
  3. Den Anteil ausländischer Kunden aus Spanien, Italien, Portugal und Skandinavien im eigenen Umsatz kennen — daran bemisst sich, wann sich das Netzwerk für Sie lohnt.

Quellen

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