ibi-Payment-Report 2026: Nur 13 Prozent der Verbraucher haben einen Wero-Account
Der ibi-Payment-Report 2026 von ibi research an der Universität Regensburg zeigt eine Lücke zwischen Bankstrategie und Kundenalltag: Die befragten Bankexperten bewerten Wero überwiegend als strategisch wichtig, aber nur 13 Prozent der Verbraucher besitzen einen Wero-Account. Über 80 Prozent haben schon Echtzeitüberweisungen genutzt, nur jeder Zehnte nutzt die Wallet der eigenen Bank.
Was ist passiert
ibi research an der Universität Regensburg hat am 15. September 2026 den ibi-Payment-Report 2026 veröffentlicht; Studienpartner S-Payment verbreitet ihn seit dem 23. September. Grundlage sind zwei Online-Befragungen: 1.029 Endkunden und 42 Fach- und Führungskräfte aus dem Zahlungsverkehr von Kreditinstituten. Partner sind S&N Group, S-Payment und VR Payment — also Häuser, die selbst Zahlungsverkehr verkaufen. Die Kernwerte: Über 80 Prozent der Verbraucher haben bereits Echtzeitüberweisungen genutzt, doch drei Viertel der Experten sehen darin keine ausreichende Differenzierung. 95 Prozent der Experten erwarten mehr Wallet-Nutzung; PayPal ist mit Abstand die meistgenutzte Wallet, vor Klarna, Google und Apple, nur jeder Zehnte nutzt die Wallet der eigenen Bank. Wero halten die Institute überwiegend für strategisch wichtig, aber nur 13 Prozent der Verbraucher haben einen Account, zwei Drittel davon haben ihn schon genutzt.
Wen es trifft
Händler, die gerade entscheiden, ob Wero in Checkout oder Kasse gehört, und alle, die für Zahlarten Entgelte kalkulieren — Online wie stationär.
Einordnung
Die wichtigste Zahl steht nicht in der Überschrift, sondern im Abstand zwischen zwei Befragtengruppen. Die Banken reden über Wero als strategisches Projekt, die Kunden haben zu 87 Prozent noch keinen Account. Das ist kein Vorwurf an Wero, es ist die normale Lage eines Verfahrens, das im Online-Handel gerade erst ausrollt und am deutschen POS laut EPI erst ab 2027 schrittweise ankommt. Aber es heißt für den Händler: Heute bringt Wero kaum Kunden, die sonst nicht gekauft hätten.
Aufschlussreich ist auch die Wallet-Zahl. Wenn nur jeder Zehnte die Wallet seiner Bank nutzt und PayPal generationsübergreifend vorn liegt, dann entscheidet nicht die Bank über die Zahlart im Checkout, sondern die Gewohnheit des Kunden. Genau darauf zielt Wero, und genau deshalb wird die Frage des Händlerentgelts wichtiger als jede Reichweitenmeldung. Solange EPI keinen Preis nennt, lässt sich die Rechnung nicht aufmachen. Positiv: Die Empfängerprüfung wird von Experten wie Verbrauchern mehrheitlich als Schutz vor Betrug gesehen — ein seltener Fall, in dem Regulierung beim Kunden ankommt.
Was jetzt zu tun ist
- Wero im Onlineshop nur dann einplanen, wenn Ihr Zahlungsdienstleister es ohne Aufpreis mitliefert — eine eigene Integration lohnt sich bei 13 Prozent Kontoverbreitung noch nicht.
- Die eigene Zahlartenauswertung nach PayPal-Anteil und Gebühren je Zahlart aufschlüsseln; das ist die Vergleichsbasis, sobald ein Wero-Preis vorliegt.
- Für die Ladenkasse keine Umbauten für Wero einplanen, bevor Ihr Netzbetreiber einen Termin für die Freischaltung nennt.