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EZB stuft Visa Europe als systemrelevantes Zahlungssystem ein

Der EZB-Rat hat am 24. August 2026 mit Beschluss EZB/2026/22 das Visa Europe Payment System als systemrelevant eingestuft, öffentlich gemacht am 2. Oktober. Damit stehen beide großen Kartensysteme unter der Aufsicht des Eurosystems; Mastercards Clearing-System ist es bereits seit der Prüfung 2019.

Was hat die EZB am 2. Oktober öffentlich gemacht?

Die EZB hat am 2. Oktober 2026 ihre Übersicht der Ratsbeschlüsse aus August und September veröffentlicht. Darin steht: Der EZB-Rat hat am 24. August 2026 mit Beschluss EZB/2026/22 das Visa Europe Payment System als systemrelevantes Zahlungsverkehrssystem eingestuft, auf Grundlage der Verordnung (EU) 2025/1355. Mitgeteilt wurde der Beschluss der deutschen Zweigstelle von Visa Europe Limited als Betreiberin im Euroraum. Künftig überwacht das Eurosystem das System, die EZB ist federführend. Was die Unterschiede zwischen den beiden Kartensystemen für Händler bedeuten, steht im Ratgeber Visa oder Mastercard.

Wer steht jetzt alles auf der Liste?

Laut EZB sind es sechs Systeme: TARGET (T2), EURO1, STEP2-T, das Mastercard Clearing Management System, CORE(FR) und jetzt Visa. Mastercard kam nach der Prüfung 2019 dazu, die EZB begründete das damals mit dem großen Marktanteil an Euro-Zahlungen und der grenzüberschreitenden Bedeutung. Kriterien sind Größe, Marktanteil, grenzüberschreitende Tätigkeit und Abwicklung für andere Infrastrukturen. Eine Begründung für Visa nennt die Übersicht nicht.

Warum das für Händler eine Frage der Ausfallsicherheit ist

Die Einstufung ist vor allem eine Aussage über Abhängigkeit. Wenn die Notenbank zwei private Kartensysteme so behandelt wie die eigene Großbetragsplattform, sagt sie damit: Fällt eines davon aus, steht ein großer Teil des Handels. Für den Händler ist das zunächst gut. Strengere Vorgaben zu Risikosteuerung, Betriebsstabilität und Cyberabwehr machen einen Ausfall an der Kasse unwahrscheinlicher.

Eine Preisaufsicht ist das aber nicht. Die Verordnung regelt, wie sicher ein System laufen muss, nicht was es kosten darf. Scheme Fees und Aufschläge der Kartensysteme werden davon nicht berührt. Genau deshalb sind europäische Alternativen wie das neue European Network for Payments mehr als Politik. Solange Wero und Co. aber keine Händlerpreise nennen, wie ich im Kommentar zur Wero-Entscheidung geschrieben habe, bleibt die Abhängigkeit von zwei US-Netzen der Normalfall.

Was Händler jetzt prüfen sollten

  1. Am Terminal mindestens zwei voneinander unabhängige Zahlarten aktiv halten, etwa girocard neben Visa und Mastercard, damit ein Netzausfall nicht die ganze Kasse lahmlegt.
  2. In der Abrechnung nachsehen, ob Scheme Fees getrennt ausgewiesen werden. Die neue Aufsicht senkt sie nicht, Transparenz muss der Händler selbst einfordern.

Quellen

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