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MeldungEnergiekosten & Finanzierung

Gasreserve 2027: Alle Gaskunden sollen eine neue Umlage zahlen — Reiches Referentenentwurf ist in der Anhörung

Eine neue Umlage auf jede Kilowattstunde Gas soll ab 1. Oktober 2027 die nationale Gasreserve finanzieren — 247 bis 308 Millionen Euro im Jahr.

Was der Referentenentwurf zur Gasreserve vorsieht

Das Bundeswirtschaftsministerium von Katherina Reiche hat den Referentenentwurf für ein „Gesetz zur Einführung einer Gasreserve zur Krisenvorsorge" in die Länder- und Verbändeanhörung gegeben; die ZfK datiert den Start auf den 13. Oktober 2026. Die Reserve soll rund 24 Terawattstunden umfassen — genug, um den 30-tägigen Ausfall der wichtigsten Importinfrastruktur zu überbrücken — und darf erst nach Ausrufung der Notfallstufe durch die Bundesnetzagentur genutzt werden. Finanziert wird sie über eine Umlage auf jede Kilowattstunde Gas, erstmals fällig zum 1. Oktober 2027 und danach jährlich anpassbar. Das Ministerium schätzt die Kosten auf 247 bis 308 Millionen Euro pro Jahr in den ersten zehn Jahren; für einen Haushalt rechnet der Entwurf mit 3,77 bis 7,20 Euro jährlich. Die bisherigen gesetzlichen Füllstandsvorgaben laufen zum 31. März 2027 aus und werden durch die Reserve ersetzt. Was Gas im Vergleich zu anderen Energieträgern kostet, zeigt der Überblick zu den Wärmekosten je Kilowattstunde.

Wen die neue Gasumlage trifft

Die Umlage zahlt jeder Gaskunde — Haushalte, Vermieter und Betriebe gleichermaßen, verteilt über den Arbeitspreis auf der Jahresrechnung. Für einen Haushalt bleibt der Betrag klein: gut 5 bis 7 Euro beim Musterverbrauch von 20.000 Kilowattstunden, rund 0,03 bis 0,04 Cent je Kilowattstunde. Das ist weniger als die 2024 abgeschaffte Gasspeicherumlage von 0,289 Cent. Spürbarer wird es für größere Verbraucher: Wer als Betrieb oder Wohnungseigentümer Hunderttausende Kilowattstunden abrechnet, trägt die Umlage entsprechend vielfach — und muss sie, wie beim CO₂-Preis, in die Nebenkosten einarbeiten.

Warum die Reserve richtig, die Kommunikation aber dünn ist

Eine strategische Reserve für Sabotage- oder Ausfallszenarien ist nach dem Winter 2022 nachvollziehbar, und die Umlage ist mit wenigen Euro im Jahr keine Belastung, die ein Haushalt spürt. Trotzdem gehört sie ehrlich eingeordnet: Sie ist der nächste Fixbaustein auf der Gasrechnung, der neben CO₂-Preis, Netzentgelten und Beschaffung steht — und keiner dieser Bausteine wird 2027 kleiner.

„Eine Reserve für den Ernstfall ist sinnvoll — aber sie landet als neue Umlage auf jeder Gasrechnung, zusätzlich zu CO₂-Preis und Netzentgelten, und das sollte man den Kunden offen sagen." — Pedram Dadgar, Strategischer Berater der Green Contracting GmbH. In Wärmeprojekten sehe ich seit 2021, dass nicht der einzelne Posten die Kalkulation kippt, sondern ihre Summe. Genau deshalb ist jede neue Umlage ein Argument mehr, den Gasverbrauch dort zu senken, wo es wirtschaftlich trägt, statt auf sinkende Preise zu warten.

Was jetzt zu tun ist

  1. Die Gasrechnung 2027 mit allen Fixbausteinen durchrechnen: CO₂-Preis (55–65 €/t), Netzentgelte, Beschaffung und ab Oktober 2027 die Gasreserve-Umlage.
  2. Als Vermieter oder Betrieb prüfen, wie die Umlage in Nebenkosten- und Wärmeabrechnungen weitergegeben wird — analog zur CO₂-Kostenaufteilung.
  3. Den Referentenentwurf und die Anhörung verfolgen: Höhe und Startzeitpunkt der Umlage können sich in Kabinett, Bundestag und Bundesrat noch ändern.

Quellen

Redaktion: KI-gestützt recherchiert und vorformuliert; Auswahl, Einordnung und Zitat prüft und verantwortet Pedram Dadgar. Korrekturen werden mit Datum vermerkt. Mehr zur Arbeitsweise

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