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56 Prozent scheitern an „Cash only“: Genoverband-Umfrage zeigt, was der Kassenzettel nicht erfasst

Laut einer YouGov-Umfrage für den Genoverband konnten 56 Prozent der Erwachsenen in Deutschland 2026 mindestens einmal nicht wie gewünscht bargeldlos bezahlen, nach 45 Prozent im Jahr 2021. 77 Prozent von 196 befragten Volksbank-Vorständen befürworten eine Akzeptanzpflicht für Karten- und Digitalzahlungen.

Was zeigt die Genoverband-Umfrage?

Mehr als jeder zweite Erwachsene in Deutschland wollte in diesem Jahr mindestens einmal mit Karte oder Smartphone zahlen und musste doch Bargeld nehmen. Das ergibt eine repräsentative YouGov-Befragung von 1.534 Erwachsenen im August 2026 im Auftrag des Genoverbands, über die die dpa am 3. Oktober berichtete. Der Anteil liegt bei 56 Prozent, 2021 waren es 45 Prozent. 28 Prozent erlebten das zwei- bis fünfmal im laufenden Jahr, 49 Prozent würden gern häufiger digital zahlen. Von 196 befragten Vorständen der Volksbanken im Verbandsgebiet befürworten 77 Prozent eine Akzeptanzpflicht für Karten- und Digitalzahlungen. Was davon heute schon gilt und was nur geplant ist, ordnet der Ratgeber Kartenzahlungspflicht 2027 ein.

Welche Betriebe verlieren an der Kasse Kunden?

Betroffen sind vor allem Gastronomie, Imbisse, Bäckereien, Kioske und kleine Läden, in denen „Cash only“ noch üblich ist. Für sie ist die Zahl ein Hinweis auf Umsatz, der still verloren geht. Mittelbar betroffen sind alle Betriebe, die sich auf die geplante Pflicht ab 2027 vorbereiten müssen.

Warum die Zahl größer ist, als sie klingt

Ein Kunde, der an der Kasse umdrehen muss, taucht in keiner Statistik des Betriebs auf. Der Inhaber sieht nur die Bons, die zustande kommen, nicht die, die am Schild an der Tür scheitern. Dass der Anteil seit 2021 um elf Punkte gestiegen ist, obwohl in derselben Zeit Terminals billiger und einfacher geworden sind, zeigt: Es fehlt nicht an Technik, sondern an der Rechnung, die der Betrieb nie aufmacht.

Bemerkenswert ist, dass ausgerechnet Genossenschaftsbanken, die stark im Bargeldgeschäft verwurzelt sind, mehrheitlich für die Pflicht sind. Das nimmt dem Argument, die Pflicht sei ein Angriff auf das Bargeld, die Grundlage. Wie ich im Kommentar zur Kassenpflicht beschrieben habe, sollte sich die Debatte jetzt auf die Umsetzung richten: einfache Tarife, keine Mindestumsätze, kurze Laufzeiten.

Was Betriebe ohne Kartenzahlung jetzt tun sollten

  1. Eine Woche lang an der Kasse mitzählen, wie viele Gäste nach Kartenzahlung fragen oder ohne Kauf gehen.
  2. Zwei Angebote vergleichen und dabei Monatsgrundpreis, Prozentsatz und Vertragslaufzeit getrennt notieren.
  3. Die Einführung nicht bis zur Pflicht verschieben: Wer 2027 umstellt, wenn alle gleichzeitig umstellen, verhandelt schlechter.

Quellen

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