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Revolut testet Bezahlen per Gesicht an der Kasse — und bietet dem Händler null Prozent Gebühr

Revolut erprobt vom 24. bis 26. September 2026 in drei Londoner Cafés der Kette Kiss the Hippo „Pay with Smile“: Kunden zahlen per Gesichtserkennung am neuen Kassensystem Revolut Register, für den Händler laut Revolut ohne Transaktionsgebühr. Das Register kostet regulär 699 Pfund zzgl. MwSt., bis Jahresende die Hälfte.

Was ist passiert

Revolut testet vom 24. bis 26. September 2026 ein Bezahlverfahren per Gesichtserkennung. „Pay with Smile“ läuft in drei Londoner Filialen der Café-Kette Kiss the Hippo (Bloomsbury, Chelsea, Soho), wie The Caterer, Business Matters und Finextra am 24. September berichteten. Kunden schalten die Funktion in der Revolut-App frei; an der Kasse wird ihr Gesicht mit dem Selfie abgeglichen, das sie bei der Kontoeröffnung hinterlegt haben. Technische Basis ist Revolut Register, ein Kassensystem mit zwei Bildschirmen und eingebauter eSIM als Ausfallreserve. Für den Händler nennt Revolut 0 Prozent Transaktionsgebühr; ob das über den Pilot hinaus gilt, lassen die Berichte offen. Das Register kostet 699 Pfund zzgl. MwSt., bis 31. Dezember 2026 die Hälfte.

Wen es trifft

Zunächst niemanden in Deutschland: Pilot und Angebot betreffen Großbritannien. Im Blick behalten sollten es Gastronomie und schnelle Theken, deren Engpass die Schlange ist — und jeder, dessen Terminalvertrag über Transaktionsgebühren abrechnet.

Einordnung

Das Gesicht ist nicht die eigentliche Nachricht. Die Nachricht ist, dass ein Neobank-Konzern Kasse, Terminal, Geschäftskonto und Endkunden-App in einem Gerät bündelt und die Transaktionsgebühr dafür auf null setzt. Das funktioniert nur, wenn beide Seiten Revolut-Kunden sind: Der Gast zahlt aus seinem Revolut-Konto, der Händler kassiert auf Revolut-Hardware. Die Marge steckt dann nicht im Disagio, sondern im Konto, im Gerät und in der Kundenbeziehung. Für einen Händler kann das rechnerisch aufgehen — er sollte nur wissen, womit er bezahlt.

In Deutschland kommt eine zweite Hürde dazu. Gesichtsdaten sind nach der DSGVO besonders geschützte biometrische Daten, der Gast muss aktiv eingewilligt haben. Revolut betont, Händler speicherten keine personenbezogenen Daten; das entlastet den Betrieb, ändert aber nichts daran, dass die Frage „Was passiert mit meinem Gesicht?“ an seiner Theke gestellt wird. Solange nur ein kleiner Teil der Gäste teilnimmt, läuft der Umsatz weiter über die Karte. Die schnellste Kasse ist heute die kontaktlose Karte, die der Gast bereits in der Hand hat.

Was jetzt zu tun ist

  1. Im eigenen Terminalvertrag nachsehen, welcher Anteil der Kosten Transaktionsgebühr ist und welcher Miete, Kauf oder Zusatzleistung — nur so lässt sich ein Null-Prozent-Angebot überhaupt vergleichen.
  2. Bei jedem Kombi-Angebot aus Kasse, Konto und Terminal klären, wie ein Wechsel funktioniert und wem die Kundendaten gehören.
  3. Biometrie erst ernsthaft prüfen, wenn es ein Angebot für den eigenen Markt mit Datenschutzkonzept gibt.

Quellen

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