PayPal-Gebühren für Händler: Was kostet eine Zahlung wirklich?
PayPal verlangt von Händlern in Deutschland 2,99 Prozent plus 0,39 Euro je Zahlung. Was das bei 10, 50 oder 250 Euro Bonwert bedeutet, welche Zuschläge bei Auslandskäufen, Rückzahlungen und Käuferschutzfällen dazukommen und wann sich ein Aufschlag für PayPal rechtlich halten lässt.
Die kurze Antwort
Ein Händler in Deutschland zahlt PayPal für eine normale Zahlung im Checkout 2,99 Prozent plus 0,39 Euro. Bei 50 Euro Bonwert sind das 1,89 Euro, bei 10 Euro schon fast sieben Prozent des Umsatzes (PayPal-Gebührenseite DE, zuletzt aktualisiert am 07.09.2026, von mir abgerufen am 10.10.2026).
Dazu kommen Posten, die in keiner Werbung stehen: Zuschläge für Käufer außerhalb des EWR, die einbehaltene Festgebühr bei Rückzahlungen und bis zu 14 Euro je Käuferschutzfall. Eine Monatsgebühr führt die Seite für das Standardkonto nicht auf.
Was kostet eine PayPal-Zahlung je Bonwert?
Die Festgebühr von 0,39 Euro ist der Grund, warum PayPal bei kleinen Beträgen teuer wird. Zum Vergleich steht daneben der Listenpreis von Stripe für eine Standard-Karte aus dem EWR (1,5 Prozent plus 0,25 Euro, abgerufen am 10.10.2026), weil viele Shops beides parallel anbieten.
| Bonwert | PayPal-Checkout (2,99 % + 0,39 €) | effektiv | Stripe, EWR-Standardkarte (1,5 % + 0,25 €) | effektiv |
|---|---|---|---|---|
| 10 € | 0,69 € | 6,9 % | 0,40 € | 4,0 % |
| 25 € | 1,14 € | 4,6 % | 0,63 € | 2,5 % |
| 50 € | 1,89 € | 3,8 % | 1,00 € | 2,0 % |
| 100 € | 3,38 € | 3,4 % | 1,75 € | 1,8 % |
| 250 € | 7,87 € | 3,1 % | 4,00 € | 1,6 % |
Eigene Rechnung, gerundet. Der Stripe-Wert ist kein Kartenpreis für jede Karte: Premium-Karten aus dem EWR kosten dort 2,8 Prozent plus 0,25 Euro, internationale Karten 3,15 Prozent plus 0,25 Euro. Wie sich Kartenentgelte grundsätzlich zusammensetzen, steht in Gebühren bei Kartenzahlung: die Bausteine.
Zur Einordnung: Die Bundesbank kommt in ihrer Vollkostenrechnung für den Einzelhandel bei der Kreditkarte, dem teuersten Zahlungsmittel an der Ladenkasse, auf rund 2,4 Prozent vom Umsatz (Studie, Stand Dezember 2025). PayPal liegt im Onlinehandel bei üblichen Bonwerten darüber.
Welche Zuschläge kommen dazu?
Die 2,99 Prozent gelten für Käufer aus dem Europäischen Wirtschaftsraum. Für andere Herkunftsländer schlägt PayPal einen Prozentsatz auf:
| Käufer aus | Zuschlag | Gesamt bei 100 € Bon |
|---|---|---|
| EWR | 0 % | 3,38 € |
| Vereinigtes Königreich | + 1,29 % | 4,67 € |
| alle anderen Märkte | + 1,99 % | 5,37 € |
Wer in Fremdwährung verkauft und sich das Geld in Euro auszahlen lässt, zahlt zusätzlich die Währungsumrechnung: laut PayPal 3 Prozent über dem Basiswechselkurs. Die Auszahlung auf ein deutsches Bankkonto ist kostenlos, solange keine Umrechnung nötig ist.
Für Spenden nennt PayPal 2,49 Prozent plus 0,35 Euro, für gemeinnützige Organisationen 1,50 Prozent plus 0,35 Euro. Den Rechnungskauf mit Ratepay über PayPal bepreist die Seite wie den normalen Checkout mit 2,99 Prozent plus Festgebühr. Andere Zahlarten über PayPal liegen meist ebenfalls bei 2,99 Prozent plus 0,39 Euro, einzelne Premium-Zahlarten bei 5,49 Prozent plus 0,39 Euro.
Was passiert bei Rückzahlung und Käuferschutz?
Hier liegen die Kosten, die Händler am häufigsten unterschätzen.
Rückzahlung: Erstattet ein Händler eine Zahlung, behält PayPal laut Gebührenseite die Festgebühr. Bei einer Retoure von 50 Euro sind 0,39 Euro also weg, obwohl kein Umsatz bleibt. Bei einer Retourenquote von 30 Prozent und 1.000 Bestellungen im Monat sind das 117 Euro im Monat (300 × 0,39 Euro, Beispielwerte zur Rechnung).
Käuferschutzfall: PayPal kann eine Konfliktgebühr von 14 Euro berechnen, wenn ein Käufer einen Antrag auf Käuferschutz stellt oder eine Rückbuchung veranlasst. Bei einer Bestellung über 30 Euro bedeutet ein solcher Fall: 1,29 Euro Transaktionsgebühr plus 14 Euro Konfliktgebühr, zusammen 15,29 Euro — mehr als die Hälfte des Bestellwerts, bevor über die Ware selbst entschieden ist.
Kartenrückbuchung: Für Kartenzahlungen, die nicht über ein PayPal-Konto oder den Gast-Checkout laufen, nennt PayPal eine Gebühr von 16 Euro je Rückbuchung. Stripe nennt zum Vergleich 20 Euro je Anfechtung. Wie Rückbuchungen ablaufen und wie man sie vermeidet, steht in Chargebacks bei Karte und Lastschrift.
Lohnt sich die Mikrozahlungsgebühr?
Für kleine Beträge bietet PayPal einen eigenen Tarif an: 4,99 Prozent plus 0,09 Euro, nur auf Antrag und nach Freigabe durch PayPal. Der höhere Prozentsatz wird durch die niedrigere Festgebühr ausgeglichen, solange der Bon klein bleibt.
| Bonwert | Standard (2,99 % + 0,39 €) | Mikrozahlung (4,99 % + 0,09 €) |
|---|---|---|
| 3 € | 0,48 € | 0,24 € |
| 8 € | 0,63 € | 0,49 € |
| 15 € | 0,84 € | 0,84 € |
| 30 € | 1,29 € | 1,59 € |
Der Schnittpunkt liegt bei 15 Euro. Wer fast nur darunter verkauft — Downloads, Tickets, Kleinteile —, sollte rechnen; wer gemischte Warenkörbe hat, zahlt mit dem Mikrotarif bei jedem größeren Kauf drauf.
Darf ich PayPal-Gebühren an den Kunden weitergeben?
Für Karten, Überweisung und Lastschrift verbietet § 270a BGB ein Zusatzentgelt. Für PayPal hat der Bundesgerichtshof am 25.03.2021 anders entschieden (Az. I ZR 203/19): Das Entgelt wird nicht für die Überweisung oder Karte dahinter verlangt, sondern für die Einschaltung des Dienstleisters PayPal — das erfasst § 270a BGB nicht.
Zwei Grenzen bleiben. Nach § 312a Abs. 4 BGB ist ein Zahlartenentgelt gegenüber Verbrauchern unwirksam, wenn es keine gängige und zumutbare kostenlose Zahlungsmöglichkeit gibt, und es darf die Kosten nicht übersteigen, die dem Händler selbst entstehen. Rechtlich zulässig heißt außerdem nicht klug: Ein Aufschlag im Checkout kostet Abschlüsse. Ob er sich rechnet, zeigt nur der Vergleich der Abbruchquote vorher und nachher. Das ist eine Erklärung der Gesetzeslage, keine Rechtsberatung im Einzelfall.
Was Sie jetzt tun sollten
- Ziehen Sie aus dem PayPal-Konto die Gebühren der letzten drei Monate und teilen Sie sie durch den PayPal-Umsatz. Das ist Ihr effektiver Satz, nicht die 2,99 Prozent.
- Zählen Sie Rückzahlungen und Käuferschutzfälle mit. Je 0,39 Euro und je 14 Euro gehören in die Rechnung.
- Prüfen Sie den Anteil von Käufern außerhalb des EWR. Ab einem nennenswerten Anteil ändern 1,29 bzw. 1,99 Prozentpunkte das Bild.
- Liegt Ihr typischer Bon unter 15 Euro, beantragen Sie den Mikrozahlungstarif und rechnen Sie ihn gegen die Warenkörbe darüber.
- Bieten Sie neben PayPal mindestens eine günstigere Zahlart an und machen Sie sie im Checkout sichtbar. Welche Wege es dafür gibt, steht in Online-Payment integrieren: die Wege.
- Wenn Sie einen PayPal-Aufschlag erwägen: kostenlose Alternative sicherstellen, Betrag an den eigenen Kosten ausrichten, vor dem Kauf deutlich anzeigen.
Häufige Fragen
Wie hoch sind die PayPal-Gebühren für Händler in Deutschland?
Für eine Zahlung im PayPal-Checkout nennt PayPal 2,99 Prozent plus 0,39 Euro Festgebühr (Gebührenseite DE, Stand 07.09.2026). Bei einem Bon von 50 Euro sind das 1,89 Euro oder effektiv 3,8 Prozent.
Bekomme ich die PayPal-Gebühr zurück, wenn ich eine Zahlung erstatte?
Nur teilweise. Laut PayPal behält PayPal bei einer Rückzahlung die Festgebühr von 0,39 Euro; der Händler trägt sie also auch für einen Kauf, der rückabgewickelt wurde.
Was kostet ein Käuferschutzfall bei PayPal?
PayPal kann eine Konfliktgebühr von 14 Euro berechnen, wenn ein Käufer einen Antrag auf Käuferschutz stellt oder eine Rückbuchung veranlasst. Für Kartenrückbuchungen außerhalb des PayPal-Kontos nennt PayPal eine Gebühr von 16 Euro.
Darf ich für PayPal einen Aufschlag verlangen?
Der Bundesgerichtshof hat 2021 entschieden, dass § 270a BGB ein Entgelt für die Nutzung von PayPal nicht verbietet (Az. I ZR 203/19). Es muss aber eine gängige kostenlose Zahlart geben und das Entgelt darf die tatsächlichen Kosten nicht übersteigen (§ 312a Abs. 4 BGB).
Quellen
- PayPal: Gebühren für Geschäftskunden Deutschland (zuletzt aktualisiert 07.09.2026, abgerufen 10.10.2026)
- Stripe: Preise Deutschland (abgerufen 10.10.2026)
- BGH, Urteil vom 25.03.2021, I ZR 203/19 (Terminhinweis Bundesgerichtshof)
- § 270a BGB — Vereinbarungen über Entgelte für die Nutzung bargeldloser Zahlungsmittel
- § 312a BGB — Allgemeine Pflichten und Grundsätze bei Verbraucherverträgen
- Deutsche Bundesbank: Kosten von Zahlungsmitteln im Einzelhandel (Studie, Stand Dezember 2025)