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Konsumklima fällt auf −30,6: Sparneigung so hoch wie zuletzt in der Finanzkrise 2008

Das Konsumklima von NIM und GfK fällt laut Mitteilung vom 25. September 2026 um 3,8 Punkte auf −30,6. Die Einkommenserwartung bricht um 16,7 Punkte auf −15,0 ein, die Sparneigung steigt um 6,0 Punkte auf 21,5 und erreicht damit ein Niveau wie zuletzt in der Finanzkrise 2008. Hauptgrund laut NIM: die hohen Energiepreise.

Was ist passiert

Das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) hat am 25. September 2026 gemeinsam mit GfK das Konsumklima veröffentlicht. Der Indikator fällt um 3,8 Punkte auf −30,6. Die Einkommenserwartung sinkt um 16,7 Punkte auf −15,0, den tiefsten Stand seit April 2026. Die Sparneigung steigt um 6,0 Punkte auf 21,5, ein Niveau wie zuletzt in der Finanzkrise 2008. Die Anschaffungsneigung gibt nur leicht um einen Punkt auf −10,8 nach, die Konjunkturerwartung steigt sogar um 0,5 Punkte auf −3,4. Befragt wurden rund 2.000 Verbraucher vom 3. bis 14. September 2026. NIM nennt die hohen Energiepreise als Hauptgrund, die Mehrheit der Haushalte erwartet dadurch weniger Kaufkraft.

Wen es trifft

Einzelhandel und Gastronomie, besonders bei Anschaffungen, die sich verschieben lassen. Dazu alle, die im Herbst- und Weihnachtsgeschäft mit Frequenz planen, und Vertriebsteams, die an Händler verkaufen.

Einordnung

Die Zahl, die mich beschäftigt, ist nicht das Konsumklima, sondern die Sparneigung. Wenn Haushalte so stark zurücklegen wie 2008, dann wird im vierten Quartal nicht weniger mit Karte bezahlt, sondern weniger gekauft. Ich rechne mit kleineren Bons, weniger Spontankäufen und mehr Preisvergleich. Die EZB-Verbraucherumfrage für August hatte schon gezeigt, dass die erwarteten Ausgaben dem Einkommen davonlaufen, jetzt kommt diese Schere in den deutschen Zahlen an.

Für Händler heißt das: Umsatz lässt sich in diesem Herbst schwer erzwingen, Kosten lassen sich steuern. Wer bei jedem Bon Gebühren zahlt, spürt kleinere Warenkörbe doppelt, weil feste Anteile pro Transaktion relativ teurer werden. Gleichzeitig zeigt die Innenstadt-Studie vom 23. September, dass die Menschen durchaus in die Städte wollen. Der Wille zum Stadtbesuch ist also da, der Geldbeutel sitzt nur fester. Wer an Händler verkauft, sollte in diesen Wochen mit Kostensenkung argumentieren, nicht mit Wachstumsversprechen.

Was jetzt zu tun ist

  1. Die eigene Kostenstruktur pro Bon prüfen, vor allem feste Transaktionsentgelte bei kleinen Beträgen.
  2. Für das Weihnachtsgeschäft mit kleineren Warenkörben planen und Einkauf und Personal danach ausrichten.
  3. Im Vertrieb Gespräche auf nachweisbare Einsparungen umstellen, weil Händler Investitionen gerade zurückhalten.

Quellen

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