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Wero für Händler: Was es ist, was es kostet und wann es an die Kasse kommt

Wero für Händler erklärt: wer dahintersteht, wo es online schon läuft, wann es ans Kartenterminal kommt, wie die Kosten entstehen und wie Sie es annehmen.

Die kurze Antwort

Wero ist die Bezahllösung der European Payments Initiative (EPI), getragen von europäischen Banken und Zahlungsdienstleistern. Technisch ist jede Wero-Zahlung eine Echtzeitüberweisung vom Konto des Kunden auf Ihr Konto. Im Onlinehandel können deutsche Händler Wero seit November 2025 annehmen, über ihren Zahlungsdienstleister. An der Ladenkasse kommt Wero laut EPI erst ab 2027 schrittweise.

Für die Kosten gilt: Es gibt keinen Einheitspreis. Online veröffentlichen einzelne Anbieter Listenpreise. Für Wero am Terminal hat in Deutschland bisher niemand ein Händlerentgelt genannt.

Was Wero ist und wer dahintersteht

EPI ist ein Zusammenschluss von 18 Banken und Finanzdienstleistern, darunter Deutsche Bank, BNP Paribas, ING, Nexi und Worldline. Mehr als 50 Institute sind laut EPI Mitglied. Am 8. September 2026 kam der französische Zahlungsdienstleister HiPay als Principal Member dazu.

Wero startete 2024 als Zahlung zwischen Privatpersonen in Belgien, Frankreich und Deutschland. Kunden senden Geld mit der Handynummer, ohne IBAN. Laut Wero kommt das Geld in weniger als zehn Sekunden an. In Deutschland starteten zuerst Sparkassen und Volksbanken Raiffeisenbanken. Postbank, Deutsche Bank, ING und Revolut sollten laut EPI vom November 2025 folgen.

Die Reichweite wächst schnell. S-Payment meldete am 10. September 2026 zehn Millionen registrierte Nutzer in Deutschland und 60 Millionen in Europa. Genutzt wird Wero aber noch wenig: Nach dem ibi-Payment-Report 2026 haben nur 13 Prozent der befragten Verbraucher einen Wero-Account.

Wo Wero heute läuft: der Zeitplan

Zeitpunkt Schritt Quelle
2024 Start der Zahlungen zwischen Privatpersonen in BE, FR, DE EPI
17.11.2025 Start im deutschen Onlinehandel, u. a. Eventim, Decathlon, Lidl, Rossmann EPI
08.09.2026 HiPay wird Principal Member, POS-Start zuerst in Frankreich geplant EPI
09.09.2026 BNP Paribas startet „Wero for Merchants“ in fünf Ländern, auch in Deutschland EPI
16.09.2026 erster stationärer Einsatz in Belgien: QR-Code auf dem Payworld-Terminal EPI
30.09.2026 Luxemburg: Payconiq abgeschaltet, Wero übernimmt EPI
2026 Beginn der iDEAL-Migration in den Niederlanden EPI
ab 2027 breite Verfügbarkeit am Point of Sale in Deutschland und Frankreich, schrittweise EPI

Nach EPI-Angaben haben bis Mitte September 2026 mehr als 48.000 Händler in fünf Ländern Wero-Zahlungen verarbeitet. In Deutschland ist das Bild im Onlinehandel noch dünn: Das EHI fand Wero im September 2026 in 3,0 Prozent der 1.000 wichtigsten Onlineshops.

Die Details zu den einzelnen Schritten stehen in meinen Meldungen zu BNP Paribas, zu HiPay, zu Belgien und dem POS-Zeitplan, zu Luxemburg und zur iDEAL-Migration.

Wero am Kartenterminal: was heute gilt

Die wichtigste Zeile steht in der EPI-Mitteilung vom 16. September 2026. In Deutschland gibt es Wero stationär bisher nur in einzelnen Umgebungen, genannt wird das Laden von E-Autos. Die breite Verfügbarkeit an der Kasse ist ab 2027 schrittweise geplant. Kontaktlose Konto-zu-Konto-Zahlungen am Terminal hat EPI bisher nur in Testumgebungen gezeigt, ausdrücklich nicht als kommerziellen Start.

Wie Wero an die Kasse kommt, zeigen zwei Beispiele. In Belgien scannt der Kunde einen Wero-QR-Code auf dem Terminal von Payworld. HiPay will Wero über bestehende Kassensysteme, Kartenterminals und Tap to Pay ausrollen, zuerst in Frankreich. Einen deutschen Netzbetreiber mit Aufschalttermin gibt es bisher nicht.

Für Sie heißt das: Kaufen Sie kein neues Terminal wegen Wero. Wichtig ist der Vertrag. Wer heute 48 oder 60 Monate unterschreibt, hat das Gerät 2027 noch auf dem Tresen. Lassen Sie sich schriftlich bestätigen, ob Ihr Anbieter Wero aufschalten wird und ob dafür ein Software-Update reicht. Mehr dazu in meinem Text zu Fristen im Netzbetreibervertrag.

Was kostet Wero für Händler?

Die Kostenlogik unterscheidet sich von der Karte. Bei Kartenzahlungen gibt es regulierte Bausteine: Die Verordnung (EU) 2015/751 deckelt das Interbankenentgelt für Verbraucherkarten auf 0,2 Prozent bei Debit- und 0,3 Prozent bei Kreditkarten. Dazu kommen Scheme-Gebühren und die Marge des Anbieters, erklärt in den Kostenbausteinen der Kartenzahlung.

Wero ist keine Kartenzahlung. Die Verordnung greift hier nicht, und es gibt keinen öffentlichen Baustein, an dem sich ein Angebot messen ließe. Was Sie zahlen, legt Ihr Zahlungsdienstleister fest. Zwei Beispiele für veröffentlichte Online-Listenpreise, Stand 3. Oktober 2026:

Anbieter Veröffentlichter Preis für Wero online
VR Payment (Wero im Onlineshop) 0,85 % plus 0,05 Euro je Zahlung, unter 15 Euro zusätzlich 0,04 Euro; 12 Monate keine Grundgebühr, danach 24,90 Euro im Monat
Mollie (Deutschland, „alle anderen Länder“) 0,90 % plus 0,25 Euro je Zahlung

Das sind Listenpreise, keine Empfehlung. Für Wero am Terminal ist in Deutschland kein Händlerentgelt veröffentlicht. Auch EPI nennt in keiner der Mitteilungen ein Entgeltmodell. Diese Lücke habe ich im Kommentar zur Wero-Entscheidung ohne Preis ausführlich beschrieben.

Noch ein Punkt für die Kalkulation: Eine Echtzeitüberweisung kennt kein Chargeback-Verfahren der Kartensysteme. Das Geld ist sofort da. Reklamationen und Erstattungen müssen Sie aber selbst abwickeln. Wie das bei Karte und Lastschrift läuft, steht im Text zu Chargebacks.

Wie Sie Wero annehmen

Wero schließen Sie nicht direkt mit EPI ab. Der Weg führt über einen Zahlungsdienstleister oder Acquirer. EPI nannte zum deutschen Start unter anderem PAYONE, VR Payment, Unzer, Nexi, Worldline, Stripe, PPRO und Deutsche Bank. Seit September 2026 schaltet auch BNP Paribas die Akzeptanz für Firmenkunden in Deutschland frei.

  1. Beim eigenen Zahlungsdienstleister fragen, ob Wero verfügbar ist und zu welchem Preis je Zahlung.
  2. Prüfen, ob die Freischaltung im bestehenden Checkout reicht. Ein eigenes Integrationsprojekt lohnt sich bei heutiger Verbreitung selten.
  3. Nach drei bis sechs Monaten Konversion und Kosten gegen PayPal, Karte und Lastschrift vergleichen.

Welche technischen Wege es für Zahlarten im Shop gibt, steht im Überblick zu Online-Payment-Integration.

Wero, girocard und Kreditkarte im Vergleich

Merkmal Wero girocard Visa / Mastercard
Technik Echtzeitüberweisung von Konto zu Konto Debitkarte Debit- und Kreditkarten
Träger EPI, 18 Banken und Finanzdienstleister Deutsche Kreditwirtschaft internationale Kartensysteme
Kasse in Deutschland Einzelfälle, breit ab 2027 geplant 1,397 Mio. Terminals (1. Hj. 2026) ja
Interbankenentgelt gedeckelt nein, keine Kartenzahlung 0,2 % (Verbraucher-Debit) 0,2 % Debit, 0,3 % Kredit
Händlerentgelt am POS veröffentlicht nein Preislisten einzelner Anbieter Preislisten einzelner Anbieter

Wie sich girocard und internationale Debitkarten im Preis unterscheiden, steht in girocard, Debit Mastercard, Visa Debit. Für die geplante Kartenzahlungspflicht spielt Wero ebenfalls eine Rolle: Die Eckpunkte verlangen mindestens ein europäisches Verfahren. Einzelheiten im Text zur Kartenzahlungspflicht 2027.

Wero und der digitale Euro

Wero bewegt Bankguthaben, der digitale Euro wäre Zentralbankgeld der EZB. Er ist frühestens 2029 möglich und noch nicht beschlossen. EPI-Chefin Martina Weimert hat im Interview mit dem European Payments Council erklärt, EPI sei bereit, den digitalen Euro in die Wero-Wallet zu integrieren. Bundesbank-Vorstand Lutz Lienenkämper hat diese Verbindung im August 2026 öffentlich ins Spiel gebracht. Einen Zeitplan oder eine Vereinbarung gibt es nicht.

Für Händler zählt etwas anderes: Der digitale Euro bekäme nach den Entwürfen eine Annahmepflicht und einen Gebührendeckel, Wero nicht. Was das für die Kasse bedeutet, steht in Digitaler Euro: Was kommt auf Händler zu.

Was ich Händlern rate

  1. Online: Wero freischalten, wenn Ihr Anbieter es ohne Zusatzkosten mitliefert, und die eigenen Zahlen messen.
  2. Stationär: keine Hardware wegen Wero kaufen.
  3. Jeden neuen Terminalvertrag gegen 2027 prüfen und die Wero-Aufschaltung schriftlich klären.
  4. Den eigenen girocard-Satz kennen. Er ist die Messlatte, sobald ein Wero-Preis für die Kasse vorliegt.

Häufige Fragen

Kann ich Wero heute an meinem Kartenterminal annehmen?

In Deutschland in der Regel noch nicht. Laut EPI läuft Wero hierzulande bisher nur in einzelnen stationären Umgebungen wie Ladesäulen für E-Autos; die breite Verfügbarkeit am Point of Sale ist schrittweise ab 2027 geplant.

Wie nehme ich Wero im Onlineshop an?

Über einen Zahlungsdienstleister oder Acquirer, der Wero unterstützt. EPI nennt für Deutschland unter anderem PAYONE, VR Payment, Unzer, Nexi, Worldline und Stripe. Meist wird Wero als zusätzliche Zahlart im bestehenden Checkout freigeschaltet.

Ersetzt Wero die girocard?

Nein. Die girocard ist eine Debitkarte mit über 1,39 Millionen Terminals in Deutschland, Wero ist eine Echtzeitüberweisung von Konto zu Konto. Beide sind europäische Verfahren und werden auf absehbare Zeit nebeneinander laufen.

Hat Wero etwas mit dem digitalen Euro zu tun?

Es sind zwei verschiedene Dinge: Wero bewegt Geld auf Bankkonten, der digitale Euro wäre Zentralbankgeld. EPI hat erklärt, den digitalen Euro in die Wero-Wallet integrieren zu wollen; beschlossen ist dazu nichts.

Quellen

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